Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen in Frenswegen

öso. Frenswegen. „Durch den Glauben an Jesus Christus sind wir als Christinnen und Christen mit allen Christen weltweit verbunden. Ich danke dem Gustav-Adolf-Werk, dass es diese weltweiten Beziehungen pflegt und Kirchen unterstützt, die in ihrem Umfeld in einer Minderheitensituation leben,“ sagte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr während des Gottesdienstes im Kloster Frenswegen. Hier und in Bad Bentheim trafen sich rund 30 Mitglieder der Norddeutschen Hauptgruppen zur Jahrestag.

Tagung GAW in Frenswegen 2017
Auf der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen des Gustav-Adolf-Werks trafen sich im Koster Frenswegen (von links) Pastor Sven Grundmann (Vorsitzender der GAW-Hauptgruppe Ostfriesland, Pastor Enno Haaks (GAW-Generalsekretär aus Leipzig), Quentin Milan-Laguerre (GAW-Stipendiat aus Montpellier/Frankreich), Pastorin Agnes von Kirchbach aus Paris, Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Csonger Nagy (GAW-Stipendiat aus Rumänien) und Pastor Hartmut Giesecke von Bergh aus Bad Bentheim (Vorsitzender der GAW-Hauptgruppe Osnabrück).

Durch die vielfältigen Hilfsprojekte des Gustav-Adolf-Werks gewönne der Glaube an Jesus Christus Gestalt und werde für viele Menschen erfahrbar. Der Regionalbischof erwähnte insbesondere die unterstützten Projekte in Aleppo und Homs in Syrien. Diese würden Menschen in einer besonders schwierigen Situation Mut und Hoffnung schenken. Das Gustav-Adolf-Werk setze Zeichen der Hoffnung, stärke den Mut und die Hoffnung der Christen vor Ort, die sich nicht nur in einem Bürgerkrieg, sondern auch in einer Verfolgungssituation befänden.
 
Vom 13. bis zum 15. Januar 2017 fand auf Einladung der GAW-Hauptgruppe Osnabrück das Treffen der Norddeutschen Hauptgruppen in diesem Jahr in Bad Bentheim und Frenswegen zum Thema „Evangelisch im Westen gestern und heute“ statt. Dabei wurden Gegenwart und Zukunft der protestantischen Kirche in Frankreich sowie Orte und Zusammenhänge ganz im Westen Deutschlands in den Blick genommen. Pfarrerin Agnes von Kirchbach aus Paris berichtete über die Evangelische Kirche in Frankreich und hielt im Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche in Bad Bentheim die Predigt.
Der Ehrenpräsident des GAW, Dr. Wilhelm Hüffmeier aus Potsdam, gestaltete einen literarischen Abend und hielt einen Vortrag über das Thema „Theodor Fontane und seine Pastoren“. Präses Heinz-Hermann Nordholt aus Nordhorn stellte das Kloster Frenswegen als ökumenisches Zentrum im Westen vor und der Ökumene- und Diakoniebeauftragte aus Schüttorf, Pastor Thomas Fender, sprach über die innere und die ökumenische Diakonie der evangelisch-reformierten Kirche Nordwestdeutschland. Die Exkursion nach Alexisdorf zu dem ehemaligen russischen Kriegsgefangenenfriedhof mit dem Besuch der Herrenhuter Brüdergemeine in Neugnadenfeld wurde am Sonnabend ergänzt durch einen Vortrag von Günter Hermes aus Dalum über das Kirchbauprogramm von Otto Bartning: Im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emsland-Bentheim befinden sich insgesamt sieben Bartningkirchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit großer Unterstützung des Lutherischen Weltbundes als gottesdienstliche Heimstätten für die Flüchtlinge und Vertriebenen aus Pommern, Schlesien, West- und Ostpreußen errichtet wurden.

Besuch beim
Am Ende der Tagung ging es auf die Burg Bentheim und zu einem Besuch beim  „Herrgott“ von Bentheim.

Im Rahmen seines Grußworts aus der Zentrale des GAW in Leipzig wendete sich der Generalsekretär Enno Haaks besonders der Situation weltweit bedrängter und verfolgter Christen zu. Haaks freute sich, dass die Zusammenkunft auf dieser Tagung den Blick weite und die evangelische Solidarität weltweit stärke.
 
Als besonders bereichernd empfand der Vorsitzende der GAW-Hauptgruppe Osnabrück, Pastor Hartmut Giesecke von Bergh, den Austausch mit den GAW-Mitgliedern aus den anderen Hauptgruppen Norddeutschlands, aus Ostfriesland, Oldenburg, Bremen, Hannover und der Nordkirche. Gastweise war auch Kurhessen-Waldeck vertreten. Einmal im Jahr treffen sich die Norddeutschen Hauptgruppen. Das nächste Treffen findet 2018 im Bereich der Nordkirche  statt.

 
Die Gemeinde des Jahres - Bad Bentheim

                                                                                                               
Diese Gemeinde ist einfach spitze,“ sagte Hans Neithardt Hansch, ehemaliger Vorsitzender der GAW Hauptgruppe Osnabrück, und auch Wiard Müntinga, stellvertretender Vorsitzender der Regionalgruppe des Diasporawerkes, sparte nicht mit lobenden Worten. Sie richteten sich an die Martin Luther Gemeinde in Bad Bentheim und vor allem an die Glieder dieser Kirchengemeinde. Deshalb ging die Auszeichnung “Gemeinde des Jahres“ an diese Stelle.

 Gemeinde des Jahres 2016 - Bad Bentheim  
Der Kirchenvorstand der Martin Luther Gemeinde in Bad Bentheim nahm die Auszeichnung der GAW-Hauptgruppe zur „Gemeinde des Jahres“ entgegen.

 

Die Martin Luther Gemeinde war von Anfang an dabei, sagte Hans Neithardt Hansch bei seiner Ehrung. Diese Anfänge liegen mehr als hundert Jahre zurück, als das Gustav Adolf Werk wieder erblühte und die lutherische Gemeinde in Bad Bentheim gegründet wurde. Seitdem pflegen die Gemeindeglieder einen engen Kontakt zum Diasporawerk und unterstützen damit viele Christen in aller Welt, die in der Minderheit ihren Glauben leben. Die Gemeinde ist aufgeschlossen und gastfreundlich, wenn Christen aus aller Welt zu Besuch sind und aus ihrer Heimat berichten, Ehrenamtliche engagieren sich in der Diaspora, regelmäßig gehen Konfirmandengaben an das GAW und in Kollektensammlungen wird die Diaspora-Arbeit fleißig unterstützt.



Eine starke Gemeinde

Die Martin Luther Gemeinde steht auch in der Mitgliederstatistik ganz oben. Mit 16 Einzelmitgliedschaften unter den Gemeindegliedern ist Bad Bentheim die mitgliederstärkste Gemeinde innerhalb der Hauptgruppe, zu der gut zweihundert Mitglieder in rund 100 Gemeinden gehören. „Bad Bentheim war schon immer ein Zentrum der GAW-Hauptgruppe Osnabrück“, so Hans Neithardt Hansch. Die Gemeinde ist auch „Leitungszentrale“. Seit 2008 leitete Pastor Hartmut Giesecke von Bergh die Hauptgruppe Osnabrück als Vorsitzender, auch im Bundesvorstand des GAW wirkte er mit. „Wir leben davon, dass Menschen das Diasporawerk mit ihrer Arbeit, ihren Spenden und dem Gebet unterstützen“, so Neithardt Hansch.
Er überreichte dem Kirchenvorstand neben dem herzlichen Dank auch die Urkunde, die die Martin Luther Gemeinde zur „Gemeinde des Jahres 2015“ auszeichnet. Die Ehrung fand innerhalb eines Gemeindeabends statt, bei dem Dr. Martin Volkmann, Generalsekretär der Obra Gustavo Adolfo in Brasilien, über das Gemeinde- und Glaubensleben evangelischer Christen in Brasilien berichtete.   

 
Die Petrusgemeinde ist ausgezeichnet

Lüstringen ist Gemeinde des Jahres 2015

Die Konfirmanden der Petrusgemeinde in Osnabrück-Lüstringen hatten zu ihrer Einsegnung einen besonderen Wunsch: mit ihrer Konfirmandengabe wollten sie Gleichaltrige in Transkarpatien unterstützen, die sich dort zu einem Sommercamp treffen. Für die GAW-Hauptgruppe Osnabrück war das ein willkommener Anlass, die Petrusgemeinde in Lüstringen als „Gemeinde des Jahres 2015“ auszuzeichnen.

 Die Petrusgemeinde ist GAW-Gemeinde des Jahres 2015: Robert Lutterbeck, Mattes Bußmann, Matthias Bochow, Hans Neidhardt Hansch, Günther Wibbeler und Edda Kreiensiek.
Die Petrusgemeinde ist GAW-Gemeinde des Jahres 2015: Robert Lutterbeck, Mattes Bußmann, Matthias Bochow, Hans Neidhardt Hansch, Günther Wibbeler und Edda Kreiensiek.

Die Petrusgemeinde in Osnabrück ist als Reisegemeinde bekannt. Seit ihrer Gründung im Jahr 1957 ist sie weltoffen, gastfreundlich und ein zuverlässiger Partner für Gemeinden in aller Welt. Und sie unterstützt die Anliegen der GAW Hauptgruppe Osnabrück. Im Gemeindezentrum fanden stimmungsvolle GAW-Jahresfeste statt, zu Sitzungen ist die Hauptgruppe dort ebenfalls gern gesehen.

Ein „Sahnehäubchen“ dieser guten Beziehungen setzten in diesem Jahr die Konfirmanden auf. Mit ihrer Konfirmandensammlung in Höhe von 990 Euro wollten sie nicht nur der eigenen Gemeinde helfen, sondern auch Jugendlichen in der Welt. Sie suchten im Projektekatalog des GAW und entdeckten das Sommercamp in Transkarpatien als geeigneten Empfänger. Hier kommen in jedem Jahr ca. 2000 Jugendliche in vier Camptreffen zusammen, nicht nur um ihren Ferienspaß zu haben, sondern um christliche Gemeinschaft zu pflegen. „Das intensive Beisammensein im Sinne des christlichen Glaubens steht im Camp im Mittelpunkt“, sagte Hans Neidhardt Hansch, als er die Auszeichnung zur „Gemeinde des Jahres 2015“ übergab. Er dankte den Konfirmanden für ihre Wahl und der Petrusgemeinde für ihren langjährigen Einsatz.

Für Ex-Konfirmand Mattes Bußmann war es die Bestätigung, mit den Jugendlichen in Osteuropa die Richtigen unterstützt zu haben. Kirchenvorsteher Günther Wibbeler nahm die Urkunde entgegen. Für ihn war die Auszeichnung ebenfalls Bestätigung der Petrusarbeit. Die Unterstützung von Diaspora –Gemeinden soll in Zukunft intensiviert werden.

 
Ehrung für langjährige Mitglieder

 Ehrung für langjährige Mitarbeiter
Christa Schomaker (li.) und Margret Radi (re.) gehören 25 Jahre dem GAW an. Anni Helms überbrachte Blumen und Glückwünsche.

Knapp 200 Mitglieder zählt die Hauptgruppe Osnabrück. Jedes Mitglied trägt mit den Jahresbeiträge und Spenden dazu bei, dass das GAW in aller Welt evangelische Gemeinden unterstützen kann. Während der Mitgliederversammlung der Hauptgruppe in der Paulusgemeinde Melle dankte Vorstandsmitglied Anni Helms allen Mitgliedern, die 25 Jahre dabei sind und das Diasporawerk vielfältig unterstützen. Ein herzliches Dankeschön ging an Margret Radi, Wilma Meier, Margarete Jacobskötter und Christa Schomaker. Margret Radi ist über die offizielle Mitgliedschaft hinaus wesentlich länger mit dem GAW verbunden. Sie gehört seit 40 Jahren der Frauengruppe Melle an.

Für 10-jährige Mitgliedschaft wurde Brigitte Mlodoch gedankt.

Weitere Themen der Mitgliederversammlung waren ein Bericht über die Reise nach Kirgisien von Hartmut Giesecke von Bergh und ein Bericht von Dietmar Kutz über Insterburg /Königsberg. Die Mitgliederversammlung legte außerdem die Projekte für das Jahr 2015 fest. (s. Projekte)   

 
Hans Neithardt Hansch feiert goldenes Ordinationsjubiläum
„Das Besondere an ihm ist, dass er für die Aufgabe brennt. Und damit zündet er viele Menschen an,“ sagte Pastor Hartmut Giesecke von Bergh. Von dem Vorsitzenden des GAW Osnabrück und vielen anderen Festrednern gab es flammende Reden und immer stand Hans Neithardt Hansch im Mittelpunkt. Der Pastor aus Berge, ehemaliger Vorsitzender der GAW Hauptgruppe Osnabrück und ehemaliger Superintendent des Kirchenkreises Emsland-Bentheim feierte sein goldenes Ordinationsjubiläum in Osnabrück.

Hans Neithardt Hansch feiert goldenes Ordinationsjubiläum
Wie seine Ordination vor 50 Jahren feierte Hans Neithardt Hansch (Mitte) sein goldenes Jubiläum in der Matthäus Kirche Osnabrück. Mit dabei waren seine Frau Maria Elisabeth, seine Tochter Frederike, sein Weggefährte Eckhard Pfannkuche (li.) und GAW-Vorsitzender Hartmut Giesecke von Bergh (re.).
Er war engagierter Reiseleiter, Kabarett reifer Gemeindeveranstalter und einfühlsamer Seelsorger, zählte Karin Jabs-Kiesler auf. Die Bürgermeisterin  aus Osnabrück nannte damit drei Aufgaben von vielen, die Hans Neithardt Hansch 50 Jahre lang im Pastorenamt der evangelisch  lutherischen Landeskirche ausfüllte. Vielseitigkeit und Leidenschaft für Menschen, Gemeinde und Kirche kennzeichnen seine Arbeit. Die Verdienste seien groß und die Aufgabenliste lang, deshalb sei dieses Fest mehr als „ein christliches Klassentreffen“, so Eckhard Pfannkuche, ehemaliger Superintendent und Weggefährte Hansch’. In der Matthäuskirche, Osnabrück, stellte Pfannkuche seine Predigt unter das gleiche Bibelwort, das Hansch vor genau 50 Jahren an gleichem Ort vom damaligen Landessuperintendenten Kurt Degener mit auf den Lebens- und Berufweg gegeben worden war.

Hans Neithardt Hansch war 1964 zum Pastor ordiniert und zunächst kommissarisch mit der Pfarrstelle der Matthäusgemeinde betraut worden. Hansch wirkte 16 Jahre in der Gemeinde und stieß vieles an: z. B. erhielt die Gemeinde  einen Kindergarten und unterstützte Problemfamilien, Kirchenchor, ein reger Besuchsdienstkreis und andere Gruppen wurden gegründet, enge Kontakte zum Landeskrankenhaus und dem Karl Luhmann Heim für taubstumme Menschen entstanden. 1980 wurde Hans Neithardt Hansch Superintendent des Kirchenkreises Emsland-Bentheim. Am Reformationstag 1998 wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Ruhestand bedeutete für ihn, neue Aufgaben anzunehmen. Er wurde Urlaubspastor, Vorsitzender der Regionalgruppe im Gustav Adolf Werk, dem Diasporawerk der evangelischen Kirche, und leidenschaftlicher Sänger im Kirchenchor Berge.

Den Dank, den Hansch zu seinem Ordinationsjubiläum vielfach erhielt, gab er an die große Gemeinde weiter. „Sie alle haben meinen Dienst gefördert und begleitet. Mein Leben war in und mit der Kirche und so wird es immer bleiben,“ sagte der 78-Jährige Berger. 
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 Weiter > Ende >>

Seite 2 von 7