Diaspora lebt von der Basis
 Generalsekretär Enno Haaks
Generalsekretär Enno Haaks ist Gast bei der Mitglieder-
versammlung in Bad Essen (re. Hartmut Giesecke von Bergh).

Mitgliederversammlung mit Enno Haaks

Seine Schilderungen kamen aus erster Hand. Enno Haaks, neuer Generalsekretär des GAW, berichtete während der Mitgliederversammlung in Bad Essen eindringlich von der Notwendigkeit der Diaspora Hilfe. Der Geistliche hatte vor seiner Ernennung zum Generalsekretär mehrere Jahre als Pastor und Religionslehrer in Santiago, Chile gelebt. Seine Arbeit sei geprägt worden vom Kampf um das Überleben von gemeindlichen Einrichtungen und der unsicheren politischen Lage. Seine Erfahrungen aus der praktischen Arbeit vor Ort will Haaks jetzt in die leitende Funktion als Generalsekretär einbringen. Das GAW setze sich für den Minderheitenschutz und das Recht aller Christen auf Religionsausübung ein. Diasporahilfe lebe von der Arbeit der Kirchenbasis, so Haaks. Die Struktur des GAW  mit selbstständig  arbeitenden Hauptgruppen bilde dafür die Grundlage. Die Kommunikation der selbständigen Hauptgruppen unter einem  Dach des GAW sei allerdings notwendig, betonte Haaks. Der neue Generalsekretär sieht drei Säulen seiner Arbeit: neue Projekte, die Begleitung und gewissenhafte Finanzverwaltung laufender Projekte sowie den Kontakt zu den Hauptgruppen.

Die herausragende Veranstaltung des GAW-Jahres der Hauptgruppe Osnabrück wird die Vertreterversammlung des Gesamtwerks sein, die vom 19. bis 21. September in Osnabrück stattfinden wird. Hans-Neithardt Hansch berichtete von den Vorbereitungen. Demnach werden hundert Delegierte erwartet. Das Treffen beginnt mit einem Empfang im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses.

Eine Woche später, am 25. und 26. September, wird das Jahresfest in Melle gefeiert.

Edda Kreiensiek, Leiterin der GAW Frauengruppe,  informierte die Mitglider über das Jahresprojekt "Gerechtigkeit erhöht ein Volk". Die Frauengruppe Melle wird das Projekt, das die Bildung von Frauen in Chile, Bolivien und Uruguay in den Mittelpunkt stellt, aktiv unterstützen.
Bärbel Recker-Preuin

 
Zwei hohe Ehrungen
GAW Frauengruppe - Ehrungen
Zwei hohe Ehrungen erhielten Mitglieder der GAW-Hauptgruppe Osnabrück. In einem Festgottesdienst in Leipzig wurde Hans-Neithardt Hansch das Bernsteinkreuz verliehen. Außerdem erhielt die Frauengruppe Melle den Diakoniepreis  der polnischen Diakonie.

Hans-Neithardt Hansch, Superintendent i.R., ist einer von sieben Ehrenamtlichen aus dem gesamten Bundesgebiet, die in diesem Jahr das Bernsteinkreuz aus Kaliningrad/Königsberg erhielten. Das GAW Diasporawerk  ehrt damit sein besonderes Engagement. Der ehemalige Vorsitzende der Hauptgruppe Osnabrück hat ideenreich die Öffentlichkeitsarbeit der Hauptgruppe vorangebracht und damit viele neue Mitglieder gewonnen. Ein weiteres Anliegen von Hans-Neithardt Hansch ist die innerdeutsche Diaspora. Er setzte sich maßgeblich für die Renovierung der St. Viti-Kirche in Lützen ein.

Die Frauenarbeit im Gustav Adolf Werk wurde als erste ausländische Hilfsorganisation mit dem Diakoniepreis Polen ausgezeichnet. Ehrenurkunde und Preis des „Barmherzigen Samariters“ wurde Edda Kreiensiek, Leiterin der Frauengruppe Melle, übermittelt.  Die Frauengruppe Melle sammelt seit vielen Jahren für Frauenprojekte in aller Welt.

Die rund 200 Mitglieder der Hauptgruppe Osnabrück sind Wegbegleiter und Unterstützer von evangelischen Gemeinden, die weltweit in der Diaspora ihrem Glauben leben. In diesem Jahr werden mit 12.000 Euro sechs Projekte gefördert, u. a. in Litauen, Brasilien und Ungarn. Die Frauengruppe widmet sich Kindern und Frauen in Südamerika, die unter häuslicher Gewalt leiden.
 
Ein Dankeschön aus Pasewalk
"Unsere kleine Schule müht sich immer noch sehr zu wachsen und im fröhlichen Gemeinschaftsgeist gute Schule zu manchen und durch Gesang und Gesprächen Gott und Jesus bewusst in unserem täglichen Alltag lebendig dabei zu haben. Mit Ihrer Unterstützung haben Sie uns sehr geholfen, diesen Weg weiter zu gehen," schreibt Dietlind von Zitzewitz, stellvertretende Vorsitzende des Schulfördervereins der ev. Grundschule in Pasewalk. Dieses Dankeschön wurde mit einer herzlichen Einladung nach Pasewalk verbunden.

Die Hauptgruppe Osnabrück hatte die Schule im letzten Jahr in ihren Projektekatalog aufgenommen und 2.000 Euro zur Verfügung gestellt.
 
Besuch in Melle

Ein Nachmittag mit Frau Luise Wolfram

 Im Gemeindesaal der Petri Kirche in Melle trafen sich auf Einladung der GAW Gruppe und der Frauenhilfe über 60 Frauen. Sie setzten sich zusammen aus der Frauenhilfe Neuenkirchen, der Frauengruppe von Paulus, der Seniorengruppe Paulus und weiteren Interessierten. An diesem Nachmittag zeigte Frau Wolfram aus Hannover aktuelle Bilder von der russischen Exklave Kaliningrad und berichtete lebendig von ihren Erfahrungen in dieser vor Jahren noch  „verbotenen“ Stadt.

 Frau Wolfram berichtete anhand der Karte der früheren UDSSR, dass Kaliningrad (Königsberg) 1991 als   Teil Russlands in eine  Insellage geraten sei. Seit Mai 2004 sieht es sich von der EU umzingelt,  ist somit eine russische Exklave in den östlichen Staaten der EU. Bis Moskau beträgt die Entfernung 1.200 km – bis Berlin sind es nur 600 km.

 Um Kaliningrad attraktiver zu machen, wurden von Moskau aus Reisegruppen und Schüleraustausche organisiert. Um gleichzeitig aber die Stadt von der EU abzuschotten, hat man einen 5 km breiten Grenzbereich geschaffen. Die politische Führung wurde von Moskau eingesetzt. Zum ehemaligen Königsberger Dom zeigte die Referentin verschieden Dias. Der Dom wurde im Krieg vollkommen zerbombt und 1993 wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Heute ist  der Dom wieder begehbar. Er hat eine große Orgel mit 9.000 Pfeifen und mindestens 100 Registern . In einem Seitenflügel befindet sich das Begräbnis von Emanuel Kant.

 Seinerzeit  sollte mit Unterstützung des Magazins „Spiegel“ der Boden unter dem Dom erforscht werden. Diese Ausgrabungen wurden aber abgebrochen. Jetzt geht man über Glasböden in den Fluren darüber. Die Regierung in Moskau hat kein Interesse mehr an den Ausgrabungen.

 Zur 750 Jahr-Feier wollte die Regierung die Bevölkerung beeindrucken. Es wurde das größte Kaufhaus „Viktoria“ eröffnet. Wegen der hohen Einkaufspreise kann aber ein Normalverbraucher dort nicht einkaufen, das bleibt den sogenannten „Neu-Russen“ vorbehalten. Dabei handelt es sich meist um Personen, die beim Zusammenbruch der UDSSR an den Schalthebeln saßen und sich durch Verkäufe z.B. aus Geräten von Kolchosen bereichern konnten.

Im Jahr 1989 bekamen Rentner lediglich umgerechnet 10 – 40 EURO monatlich. In der jetzigen Wirtschaftskrise sieht es noch schlechter aus, so erhält z.B. ein Lehrer nur die Hälfte des Gehaltes ausgezahlt.

 Deprimierend waren die Fotos einer Baulandschaft aus eintönigen acht- bis zehnstöckigen Wohnsilos auf der früheren –„Lomse“, einem ehemaligen Schrebergartengebiet deutscher Zeit. In dem sozialistischen Einheitsblock leben etwa 50.000 Personen, überwiegend Soldatenfamilien, die zur Verteidigung von Russlands westlichstem Vorposten aus der ehemaligen DDR umgesiedelt wurden.

Frau Wolfram hat mit ihrem Mann vier Jahre in der Auferstehungskirche, einem großen üppigen Baukomplex, der im Grundriss einen zu drei Vierteln geschlossenen Kreis bildet, gearbeitet.

Der runde Baukörper umschließt einen gepflasterten Innenhof, der unterkellert ist und in dem sich das Lager für die humanitäre Hilfe befindet. Das offene Viertel ist der Zugang zum zentralen Kirchraum.  Der Name Auferstehungskirche wurde deshalb gewählt, weil sich das Baugelände auf einem früheren Friedhof befindet.

In der oberen Etage des linken Flügels sind Sekretariat, Buchhaltung , Verwaltung der Propstei und ein Besprechungs- und Amtszimmer des Propstes untergebracht. Im Parterre haben der Hausmeister und seine Familie ihre Wohnung. Im Obergeschoss befindet sich die Dienstwohnung des Propstes.

Familie Wolfram war die erste Bewohnerin dieser Wohnung im Jahr 1999. Frau Wolfram berichtete von der vielfältigen Arbeit in der Kirchengemeinde. Ganz besonders hatte sie den Ausspruch einer Frau gefreut, die sagte:  „Wir haben jetzt einen Pfarrer zum Anfassen“.

Der Gottesdienstbesuch am Sonntag ist gut, nur im Winter ist durch die weiten Anfahrtswege der Besuch geringer.

Es handelt sich um eine bunt gemischte Gemeinde. Zur Zeit macht die große Zahl der Straßenkinder Sorge. Die Diakonie hat einen Container eingerichtet, um diesen Kindern zu helfen.

Viele deutsche Besuchergruppen halten den Kontakt zur Auferstehungskirche aufrecht.

 Margret Seroka und Edda Kreiensiek

 

 
Danke aus Bourdeaux
Ein herzliches Dankeschön aus dem französischen Bourdeaux erreichte die Hauptgruppe Osnabrück. Mit 2.000 Euro war im letzten Jahr die Dachsanierung der Kirche in der Region Rhone unterstützt worden. Mit dem Geld habe die Instandsetzung des Daches abgeschlossen werden können, wie Pastor Christian Blanchard schrieb. Dadurch könne jetzt mit der Innenrestaurierung begonnen werden. "Seien Sie unserer innigen Dankbarkeit für Ihre großzügige und brüderliche Hilfe noch einmal versichert," so Christian Blanchard in seinem Dankesschreiben.
 
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