Jubiläumsschrift macht die Geschichte lebendig

 „Es ist eine Schrift, die die Verbundenheit zu den Diaspora-Gemeinden in aller Welt deutlich machen und natürlich die 175-jährige Geschichte lebendig halten soll,“ so stellte Hans-Neithardt Hansch die Festschrift vor, die zum Jubiläum der Hauptgruppe veröffentlicht wurde. Sie liegt jetzt in den evangelischen und reformierten Gemeinden in Stadt und Landkreis Osnabrück, der Grafschaft Bentheim und dem Emsland aus.

Festschrift zum 175 Jubiläum
Hartmut Giesecke von Bergh stellte die Festschrift zum 175jährigen Jubiläum der Hauptgruppe im Gemeindehaus der St. Marienkirche, Osnabrück, vor und dankte dem Autor Hans-Neithardt Hansch (re.) und Birgit Schönfeld, die für das Layout und  die digitale Endfassung gesorgt hatte. 

Als Hartmut Giesecke von Bergh, Vorsitzender der Hauptgruppe, das druckfrische Exemplar während der Mitgliederversammlung im Gemeindehaus der Osnabrücker St. Marienkirche präsentierte, machte der Autor der Festschrift, Hans-Neithardt Hansch, deutlich: „Es ist keine Schrift zur Selbstbestätigung, erst recht nicht zum Beiseitelegen. Damit drücken wir unsere Verbundenheit zur Diaspora und zur weltweiten GAW-Familie aus.“

Die Recherche zu dieser Festschrift war keine leichte Arbeit gewesen. Zahlreiche Unterlagen zur Geschichte des 1843 gegründeten Diasporawerkes waren nach Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg in Osnabrück zerstört worden. Hans-Neithardt Hansch kam der Geschichte in verschiedenen kirchlichen Archiven und in privaten Aufzeichnungen auf die Spur, er fand Bücher, Zeitungsausschnitte und Fotos. Er recherchierte und trug vieles zusammen.

Entstanden ist dabei eine 50seitige Schrift, illustriert mit neuem und altem Bildmaterial. Unter dem Titel „Diaspora braucht Dächer“ - 175 Jahre Diasporahilfe durch die Hauptgruppe Osnabrück im GAW - wird an den Schwedenkönig Gustav II. Adolf erinnert, der nach den erbitterten Wirren des dreißigjährigen Krieges als Retter des Protestantismus in Deutschland gilt.

Hans-Neithardt Hansch zeigt in der Festschrift auf, wie es zur Gründung der GAW Hauptgruppe Osnabrück und zu vielen weiteren Initiativen im Osnabrücker Raum, der Grafschaft und dem Emsland kam. Der Superintendent i.R. berichtete von Jahresfesten, überregionalen Vertreterversammlungen bis hin zu den jüngsten Hilfsprojekten der Hauptgruppe.

Auf Wunsch können weitere Exemplare an Interessierte kostenlos vergeben werden.

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Großer Dank und neue Projekte


Zur außerordentlichen GAW-Mitgliederversammlung hatte Hartmut Giesecke von Bergh schweres Gepäck dabei. Genau 1.000 Exemplare der druckfrischen Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum der Hauptgruppe Osnabrück nämlich. Ebenso wichtig und gewichtig waren seine Dankesworte an Diejenigen, die die Festschrift durch Recherche, Gestaltung und Druck erst ermöglicht hatten. Allen voran Hans-Neidhardt Hansch.


Ein Jahr zuvor hatte der ehemalige Vorsitzende der Hauptgruppe einen Festvortrag zum GAW-Jubiläum gehalten. Die Informationen seien viel zu schade, um nur einmal gehört zu werden, fand der GAW Vorstand und bat Hans-Neidhardt Hansch, seine Recherchen in einer Festschrift niederzulegen. Diese Schrift liegt nun allen lutherischen und reformierten Gemeinden vor, sie hält die Erinnerung an segensreiche Diasporaarbeit lebendig, sie ist eine komprimierte Zusammenfassung der 175jährigen Geschichte und in Zukunft auch Werbung für die GAW-Arbeit.
Hartmut Giesecke von Bergh dankte dem Grafiker Wolfgang Loewe und insbesondere Birgit Schönfeld, die für das Layout und die digitale Endfassung gesorgt hatte.

Hartmut Giesecke von Bergh berichtete den Mitgliedern von seiner Projektreise durch Brasilien, Paraguay und Chile. In verschiedenen Gemeinden hatte er dort mit finanzieller Unterstützung der Hauptgruppe „Soforthilfe“, z. B. für ökologische Projekte, leisten können.

Die Mitglieder stimmten nach den Vorschlägen des Vorsitzenden über die Hilfsprojekte des Jahres 2020 mit insgesamt 15 000 Euro ab. Gefördert werden: die Sanierung der Kirchendecke in Ans-Alleur, Belgiern, der Neubau einer Kirche in Naranjito, Argentinien, ein barrierefreier Zugang für das Gemeindehaus in Meran, Italien, die Sanierung des Bethauses in Ananjevo, Kirgistan, der Ausbau des Kindergartens der reformierten Kirche Zelow, Polen. Außerdem setzt sich die GAW Frauengruppe Melle für die Kranken- und Palliativpflege in Cluj, Rumänien, ein.


 

 
Evangelisch in Russland

Jahresfest der Hauptgruppe
Evangelisch im europäischen Russland

 Jahresfest 2019 in Ueffeln
Die GAW-Hauptgruppe wurde mit den Referenten herzlich im Gemeindehaus in Ueffeln aufgenommen, v.li. Pastorin Dr. Damaris Grimmsmann,  Inge Rühl, Enno Haaks, Dr. Elena Bondarenko, Hartmut Giesecke von Bergh und Pastor Peterson, Moskau.

Der Diaspora-Abend im Gemeindehaus der Kirchengemeinde Ueffeln im Kirchenkreis Bramsche wurde zu einem rundum geselligen und informativen Erlebnis. Rund 60 Besucher trafen sich dort auf Einladung von Pastorin Damaris Grimmsmann. Evangelisch im europäischen Russland – so das Thema des Abends. Hauptreferentin war Dr. Elena Bondarenko, Pröpstin in Moskau. Als weitere Ehrengäste begrüßte Hartmut Giesecke von Bergh Inge Rühl, Leiterin der Frauenarbeit im GAW, Generalsekretar Enno Haaks und Pastor Petersen aus Moskau.

Mit einem Lichtbilder-Vortrag stellte Elena Bondarenko die evangelische Kirche Russlands vor. Ihre Bilder zeigten ein reges Gemeindeleben in den elf Propsteien mit dem Hauptsitz des Erzbischofs in Moskau. Die Gottesdienste sind zumeist gut besucht und ökumenische Kontakte verbinden die Kirchenbezirke mit der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche. Internationale Kontakte erläuterte die Referentin an den Beispielen von Besuchen japanscher Jugendlicher, Gemeindegliedern aus Dresden und mit der Teilnahme an Kirchentagen in Deutschland.

Jahresfest 2019 in Ueffeln
Die lutherische Kirche Russlands gehört zu den historischen und fest verankerten russischen Kirchen, die viele Höhen und Tiefen erlebt hat. Die Kirche habe sich wieder einen festen Platz in der Gesellschaft erarbeitet, so Elena Bondarenko. Die Kirchengebäude seien sichtbare Leuchttürme in den Städten des weiträumigen Landes und ein Ausdruck des Glaubens. Neue Wege des Gemeindelebens werden erfolgreich praktiziert, eine wichtige Säule sei die Musik, die weit über die engen Kirchengrenzen hinaus wirke.

Internationale Kontakte in den Partnerländern standen im Mittelpunkt der Ausführungen von Inge Rühl. Ebenso bei Generalsekretär Enno Haaks. Das GAW habe ein Ohr für das Fremdsein, Erfahrungen in der Migration und unterstütze eine offene Gesellschaft und die Diakonie, so Haaks. Der Generalsekretär plädierte dafür, das Ehrenamt im GAW und die Mitgliedsgemeinden zu stärken.

 
Die GAW-Frauen sind wichtige Stütze
Dank und Blumen für die Kassiererin

Doris Drosselmeier
Doris Drosselmeier erhielt für ihre langjährige Tätigkeit als Kassiererin in der Frauengruppe Melle Dank und Anerkennung von Hartmut Giesecke von Bergh.
„Die Frauengruppe Melle leistet mit hohem Engagement einen segensreichen Dienst“, sagte Hans Neidhardt Hansch während seines Festvortrages zum 175jährigen Jubiläum der Hauptgruppe. Ein besonders aktives Mitglied dieser Frauengruppe ist Doris Drosselmeier.
Hartmut Giesecke von Bergh dankte allen Damen der Gruppe, die unter der Leitung von Edda Kreiensiek stehen. Insbesondere Doris Drosselmeier, sie erhielt für ihre fast 30jährige Tätigkeit als Kassiererin einen Blumenstrauß.
Die Melleranerin trat 1989 der Frauengruppe bei und wurde ein Jahr später Kassiererin der GAW-Frauen. Dieses Amt hat sie bis heute inne. Die Meller Frauengruppe wurde 1877 gegründet und ist nach wie vor sehr aktiv.
Mit Spenden und verschiedenen Aktionen tragen die Frauen erheblich dazu bei, dass das jährliche Budget für Hilfsprojekte aufgestockt werden kann. Mindestens 2.000 Euro sammeln die Frauen in jedem Jahr zumeist für Projekte, die benachteiligten Frauen, Kindern und Familien in der weltweiten Diaspora zugute kommen.
Doris Drosselmeier verwaltet diese Spenden ebenso, wie die interne Kasse, dessen Inhalt das gesellige Miteinander fördert.
 
Chronik 175 Jahre Hauptgruppe Osnabrück

Hans Neidhardt Hansch recherchiert 175 Jahre GAW-Arbeit


175 Jahre alt, junggeblieben, tatkräftig und äußerst lebendig – diese Attribute passen zur GAW Hauptgruppe Osnabrück. Seit 175 Jahren leistet die Diaspora Gemeinschaft Hilfe für Glaubensgeschwister in aller Welt. Ungebrochen ist das Engagement der heute gut 200 Mitglieder. 175 Jahre sind vor allem ein Grund zum Feiern. Die Mitglieder ließen das vergangene Wirken bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Revue passieren. Grundlage dafür war der Festvortrag von Hans Neithardt Hansch, Superintendent i.R. und ehemaliger Vorsitzender der Hauptgruppe. Die Mitglieder blickten auch in die Zukunft: sie wollen ihre finanziellen Leistungen aufstocken und wählten sieben Projekte, die im Jahr 2019 unterstützt werden.

Festvortrag 175 Jahre von Hans Neithardt Hansch
Hans Neithardt Hansch erarbeitete zum GAW Jubiläum die Chronik und hielt den Festvortrag

Die 175 Jahre fortdauernde Arbeit der GAW Hauptgruppe Osnabrück aufzuzeigen, war keine leichte Aufgabe, zumal viele Unterlagen, Fakten und Bilder nicht mehr vorhanden sind, außerdem die Chronik den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel, wie Wiard Müntinga, stellvertretender Vorsitzender, mitteilte.  Hans Neithardt Hansch machte sich trotzdem an die Arbeit und recherchierte die lange Geschichte der Hauptgruppe. Seine Arbeit sei die Erinnerung an das segensreiche Schaffen der Gründer, der nachfolgenden Vorstände und Mitglieder, sie sei auch die Basis für die künftige Arbeit zum Wohle religiöser Minderheiten, so Hartmut Giesecke von Bergh. Der Vorsitzende dankte Hans Neithardt Hansch für seine akribische Arbeit.

175 Jahre Diasporaarbeit im Raum Osnabrück, in der Grafschaft Bentheim und im Emsland finden ihren Ursprung beim schwedischen König Gustav Adolf II. Er gelte als „Retter des Protestantismus“, so Hans Neithardt Hansch. Durch sein militärisches Eingreifen während des Dreißigjährigen Krieges befreite er protestantische Länder in Deutschland, ermöglichte die Verbreitung der Reformation und evangelisches Gemeindeleben.

Sein Todestag, der 9. November 1632, wurde in den evangelischen Kirchen in dankbarer Erinnerung gehalten, erläuterte Hans Neithardt Hansch in seinem Festvortrag.

Einige Eckdaten seines Referates:

  • Zum 200. Todestag des Schwedenkönigs trafen sich in der Nähe des Sterbeortes in Lützen zahlreiche Menschen vor dem schlichten Gedenkstein für Gustav Adolf. Die Versammlung beschließt, es nicht bei dem steinernen Denkmal zu belassen, sondern die Hilfe für notleidende evangelische Christen in der Diaspora im Sinne des Schwedenkönigs zu organisieren. Am 6. November 1837 wird die Gustav Adolf Stiftung gegründet.
  • Schnell bildeten sich viele regionale Gruppen, die diese Idee unterstützten. Es gründen sich 44 Hauptgruppen, 1400 Zweiggruppen und mehrere Frauenvereine. Eine Hauptgruppe wird in Osnabrück ins Leben gerufen.
  • Gründung des Osnabrücker Vereins mit großer Beteiligung am 11. Juli 1843. 360 Mitglieder unterzeichnen die Urkunde. Der Friedensaal des Osnabrücker Rathauses ist zu klein, also ziehen die Diaspora-Freunde in die Marienkirche um.  Am 6. November 1843 schließen sich in Bramsche mehrere Gemeinden zur Hauptgruppe Osnabrück zusammen und geben sich eine Satzung. Ein Zusammenschluss mit übrigen Hauptgruppen im damaligen Königreich Hannover wird  abgelehnt und so ist es bis heute geblieben.
  • Rektor Stüve, Osnabrück, und Amtsvorsteher Hüpeden, Freren, sind die „Motoren“ der Gründerjahre.
  • Spenden werden 1852 für die Diaspora-Gemeinde Baccum gesammelt. Ein Jahr später gibt es den Frauenverein Lingen. Große Unterstützung für den Kirchneubau und bestehende Kirchgebäude erfahren die Gemeinden Meppen, Lengerich und Loxten.
  • 1877 gründet sich der Gustav Adolf Frauenverein Melle, der bis heute eine wichtige Stütze der GAW-Arbeit in der Hauptgruppe Osnabrück ist.
  • 1918 sagt anlässlich der 75-Jahr-Feier der Vorsitzende Landgerichtsrat Stüve: „75 Jahre haben wir den Glaubensgenossen geholfen, so wollen wir auch jetzt den neuen Aufgaben versuchen gerecht zu werden. Wenn wir mit den Brudervereinen nach unseren Kräften helfen, dann wird uns der Arbeit Segen nicht fehlen und die Dankbarkeit der bedrängten Glaubensgenossen in der Nähe und Ferne wird unser schönster Lohn“.
  • 1931 findet die 76. Hauptversammlung als großes Fest des Gesamtvereins der Gustav-Adolf-Stiftung in Osnabrück statt.
  • Mitten im zweiten Weltkrieg, im Jahr 1943, feiert die Hauptgruppe ihr 100jähriges Jubiläum. Groß ist die Resonanz, als Hauptgruppenvorsitzender Dr. Cramer seinen Vortrag hält. Im Osnabrücker Land und im Emsland sei die GAW-Hilfe beim Aufbau neuer protestantischer Gemeinden gefordert „All diese Gemeinden verdanken wesentlich ihre Existenzmöglichkeit dem GAW,“ wirbt Cramer. Es schließt sich ein festlicher Gedenkgottesdienst an.
  • 1955 findet zum zweiten Mal die Hauptversammlung des Gesamtwerkes in Osnabrück statt.
  • 2003 feiert die Hauptgruppe das 175jährige Jubiläum des Gesamtwerkes. Der Wunsch des damaligen Vorsitzenden Hansch ist es, die Zahl der Mitglieder von 138 auf 175 zu erhöhen. Dieser Wunsch geht in Erfüllung. Nach dem Jubiläumsjahr gehören 186 Mitglieder der GAW Hauptgruppe Osnabrück an.
Seit dem Jahr 2008 leitet Pastor Hartmut Giesecke von Bergh die Hauptgruppe. Das 175jährige Jubiläum wird am 22. November 2018 bei einer Mitgliederversammlung in der Paulus Gemeinde, Melle, gefeiert. Im Mittelpunkt steht das Referat von Hans Neithardt Hansch.

Die Mitglieder legen die Hilfsprojekte des Jahres 2019 fest.
 
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