175 Jahre GAW Hauptgruppe Osnabrück


Glaubensgeschwistern in der Welt nahe sein

Protestantische Verbundenheit, Nächstenliebe und Unterstützung evangelischer Minderheiten, bei allem den Blick hinaus in die Welt gerichtet - so lautet zusammengefasst die Aufgabe, der sich die GAW Hauptgruppe Osnabrück seit 175 Jahren stellt. Das Jubiläum des regionalen Diasporavereins im Osnabrücker Raum und dem Emsland wird am 8 und 9. September in Meppen gefeiert.

Der Vorstand der GAW Hauptgruppe Osnabrück freut sich auf das 175. Jahresfest
Der Vorstand der Hauptgruppe Osnabrück freut sich auf das Jubiläumsjahresfest am 8. September in Meppen: v.li. Dietmar Kutz, Matthias Voß, Anni Helms, Wiard Müntinga, Hartmut Giesecke von Bergh und Edda Kreiensiek.

GAW steht für Gustav Adolf Werk, benannt nach dem Schwedenkönig, der im Dreißigjährigen Krieg protestantische Christen und die Reformation unterstützte. Das GAW mit dem Hauptsitz in Leipzig ist das größte Diasporawerk der evangelischen Kirche Deutschlands. Es wurde 1832 vom Leipziger Superintendenten Christian Großmann ins Leben gerufen, um „eine Anstalt zur brüderlichen Unterstützung bedrängter Glaubensgenossen und zur Linderung der Not“ zu gründen. In den folgenden Jahren des 19. Jahrhunderts initiierten evangelische und reformierte Christen die Gründung von örtlichen GAW Vereinen mit dem gleichen Ziel. So auch in Osnabrück. Am 11. Juli 1843 fand in der voll besetzten Osnabrücker Marienkirche der festliche Gottesdienst mit anschließendem Empfang im Friedenssaal statt. Am 6. November des gleichen Jahres wurde zur eigentlichen Gründungsversammlung nach Bramsche eingeladen.

Heute zählen über zweihundert lutherische und reformierte Mitglieder und Kirchengemeinden aus den Bereichen des lutherischen Sprengel Osnabrück und des reformierten Synodalverbandes Emsland-Osnabrück zur GAW Hauptgruppe Osnabrück.

Seit 1851 unterstützen Frauengruppen in der religiösen Minderheit lebende Frauen und Kinder in aller Welt die Arbeit. Wichtige Säule für das GAW Osnabrück ist die Frauengruppe Melle, geleitet von Edda Kreiensiek.

indestens 1,6 Millionen Euro werden jährlich für 125 verschiedene Hilfen und Projekte in 49 Partnerkirchen zur Verfügung gestellt, erläutert Hartmut Giesecke von Bergh, Pastor in Bad Bentheim. Die Hauptgruppe Osnabrück fördert jährlich fünf Projekte mit ca. 12 000 Euro. „Wir lieben Gemeinschaft, wir brauchen unseren Nächsten und er oder sie braucht uns. Teilen macht stark und glücklich, die Diasporagemeinden in aller Welt und auch uns in der Hauptgruppe Osnabrück“, so der Vorsitzende der Hauptgruppe.

Finanzielle Hilfe leistet der Verein bei diakonischen Projekten, in der Bildungsarbeit, zur Sanierung und Erhaltung von kirchlichen Gebäuden. Mit dem Hilfsfond „Für bedrängte und verfolgte Christen“ unterstützt das GAW Menschen in den Kriegsgebieten in Syrien, Irak und Ägypten.

Leider seien viele Dokumente zur Gründung und zum frühen Vereinsleben während eines Luftangriffs auf Osnabrück vernichtet worden, berichtet Wiard Müntinga, stellvertretender Vorsitzender und Chronist der Hauptgruppe.

175 Jahre erfolgreiche Diaspora-Arbeit kann trotzdem gefeiert werden und zwar beim 175. Jahresfest, das im Ev. Luth.  Kirchenkreis Emsland Bentheim in der Gustav Adolf Gemeinde in Meppen stattfindet. Unter dem Titel „Christsein im Nahen Osten“ treffen sich Mitglieder und Freunde am Samstag, 8. September um 18 Uhr im Gemeindehaus (Herzog-Arenberg-Str. 14.a). Auf dem Programm steht u.a. ein Vortrag von Prof. Dr. Dr. Martin Tamcke, Göttingen. Am Sonntag, 9. September finden in vielen Gemeinden Gottesdienste mit GAW-Festpredigern statt. (s. Veranstaltungen)

 
Die Bergkirche ist Gemeinde des Jahres
Die Bergkirche ist Gemeinde des Jahres
Superintendent i.R. Hans Neidhardt Hansch (re.) zeichnet die Ev. ref. Bergkirche, Osnabrück, zur GAW Gemeinde des Jahres aus. Die Auszeichnung nahmen Robert Lutterbeck, Wiard Müntinga, Präses Ilse Landwehr-Wegner und Siegfried Kühn entgegen.  

In einem Gottesdienst in der Bergkirche wurde in einem feierlichen Akt anlässlich ihrer Ernennung zur Gustav-Adolf-Gemeinde des Jahres 2017, der Ev.-ref. Kirchengemeinde Osnabrück die künstlerisch gestaltete Urkunde der Hauptgruppe Osnabrück des Gustav-Adolf-Werkes verliehen.
Die Laudatio nahm der ehemalige Vorsitzende, Sup. i.R. Hansch, vor. Er erklärte u.a., dass dies die fünfte verliehene Auszeichnung der Hauptgruppe sei. Durch vielerlei Aktivitäten ist die Gemeinde mit dem Gustav-Adolf-Werk verbunden. Hier schlägt das Herz für die internationale Diaspora, getreu dem Wahlspruch des Werkes „ Lasset uns Gutes tun an jedermann, besonders aber an denen, die uns im Glauben verbunden sind“(Gal. 6,10). Pastoren und Mitglieder des Kirchenrates arbeiten seit Jahrzehnten als Mitglieder im Vorstand mit. Es fielen die Namen der Pastoren Engels, Buitkamp und Runkel sowie unter anderen der, die Mitglieder im Kirchenrat waren oder sind: Frau Lohstroh, die Herren Terberger, Rost, Lutterbeck und Müntinga.
Die gerahmte Urkunde wurde Frau Präses Landwehr-Wegner vom Rechnungsprüfer der GAW-Hauptgruppe, Herrn Kühn,  überreicht. Die Gemeinde dankte mit großem Beifall.
Die Urkunde, die folgenden Text trägt, schmückt derzeit das Foyer der Bergkirche:


 GAW Gemeinde des Jahres 2017. „Lasset uns Gutes tun an jedermann, besonders aber an denen, die uns im Glauben verbunden sind.“
Der Ev.-ref. Kirchengemeinde Osnabrück wird in Anerkennung der langjährigen vorbildlichen Zusammenarbeit der Hauptgruppe Osnabrück des Gustav-Adolf-Werkes e.V. und der großzügigen Diasporahilfe die Urkunde mit Dank an alle Beteiligten in Gemeinde und Vorstand überreicht.
H. Giesecke von Bergh                                                       H.-N. Hansch
1. Vorsitzender                                                                                Vorstandsmitglied

Wiard Müntinga

 
Unsere Hilfe bildet
Im letzten Jahr hatte die GAW-Hauptgruppe die Förderung der evangelischen Grundschule Halle in den Projektkatalog aufgenommen und um Spenden für die 2014 gegründete Schule gebeten. Dank der Hilfe unserer Mitglieder konnte sich die Grundschule weiter entwickeln und verbesserte Lern- und Lehrbedingungen anbieten. Von Melanie Holtemöller, Vorsitzende des Evangelischen Schulfördervereins Halle, erhielt die Hauptgruppe ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung. Unterrichts- und Horträume konnten eingerichtet werden, das Schulleben entfaltet sich.  
 
Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen in Frenswegen

öso. Frenswegen. „Durch den Glauben an Jesus Christus sind wir als Christinnen und Christen mit allen Christen weltweit verbunden. Ich danke dem Gustav-Adolf-Werk, dass es diese weltweiten Beziehungen pflegt und Kirchen unterstützt, die in ihrem Umfeld in einer Minderheitensituation leben,“ sagte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr während des Gottesdienstes im Kloster Frenswegen. Hier und in Bad Bentheim trafen sich rund 30 Mitglieder der Norddeutschen Hauptgruppen zur Jahrestag.

Tagung GAW in Frenswegen 2017
Auf der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen des Gustav-Adolf-Werks trafen sich im Koster Frenswegen (von links) Pastor Sven Grundmann (Vorsitzender der GAW-Hauptgruppe Ostfriesland, Pastor Enno Haaks (GAW-Generalsekretär aus Leipzig), Quentin Milan-Laguerre (GAW-Stipendiat aus Montpellier/Frankreich), Pastorin Agnes von Kirchbach aus Paris, Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr, Csonger Nagy (GAW-Stipendiat aus Rumänien) und Pastor Hartmut Giesecke von Bergh aus Bad Bentheim (Vorsitzender der GAW-Hauptgruppe Osnabrück).

Durch die vielfältigen Hilfsprojekte des Gustav-Adolf-Werks gewönne der Glaube an Jesus Christus Gestalt und werde für viele Menschen erfahrbar. Der Regionalbischof erwähnte insbesondere die unterstützten Projekte in Aleppo und Homs in Syrien. Diese würden Menschen in einer besonders schwierigen Situation Mut und Hoffnung schenken. Das Gustav-Adolf-Werk setze Zeichen der Hoffnung, stärke den Mut und die Hoffnung der Christen vor Ort, die sich nicht nur in einem Bürgerkrieg, sondern auch in einer Verfolgungssituation befänden.
 
Vom 13. bis zum 15. Januar 2017 fand auf Einladung der GAW-Hauptgruppe Osnabrück das Treffen der Norddeutschen Hauptgruppen in diesem Jahr in Bad Bentheim und Frenswegen zum Thema „Evangelisch im Westen gestern und heute“ statt. Dabei wurden Gegenwart und Zukunft der protestantischen Kirche in Frankreich sowie Orte und Zusammenhänge ganz im Westen Deutschlands in den Blick genommen. Pfarrerin Agnes von Kirchbach aus Paris berichtete über die Evangelische Kirche in Frankreich und hielt im Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche in Bad Bentheim die Predigt.
Der Ehrenpräsident des GAW, Dr. Wilhelm Hüffmeier aus Potsdam, gestaltete einen literarischen Abend und hielt einen Vortrag über das Thema „Theodor Fontane und seine Pastoren“. Präses Heinz-Hermann Nordholt aus Nordhorn stellte das Kloster Frenswegen als ökumenisches Zentrum im Westen vor und der Ökumene- und Diakoniebeauftragte aus Schüttorf, Pastor Thomas Fender, sprach über die innere und die ökumenische Diakonie der evangelisch-reformierten Kirche Nordwestdeutschland. Die Exkursion nach Alexisdorf zu dem ehemaligen russischen Kriegsgefangenenfriedhof mit dem Besuch der Herrenhuter Brüdergemeine in Neugnadenfeld wurde am Sonnabend ergänzt durch einen Vortrag von Günter Hermes aus Dalum über das Kirchbauprogramm von Otto Bartning: Im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Emsland-Bentheim befinden sich insgesamt sieben Bartningkirchen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit großer Unterstützung des Lutherischen Weltbundes als gottesdienstliche Heimstätten für die Flüchtlinge und Vertriebenen aus Pommern, Schlesien, West- und Ostpreußen errichtet wurden.

Besuch beim
Am Ende der Tagung ging es auf die Burg Bentheim und zu einem Besuch beim  „Herrgott“ von Bentheim.

Im Rahmen seines Grußworts aus der Zentrale des GAW in Leipzig wendete sich der Generalsekretär Enno Haaks besonders der Situation weltweit bedrängter und verfolgter Christen zu. Haaks freute sich, dass die Zusammenkunft auf dieser Tagung den Blick weite und die evangelische Solidarität weltweit stärke.
 
Als besonders bereichernd empfand der Vorsitzende der GAW-Hauptgruppe Osnabrück, Pastor Hartmut Giesecke von Bergh, den Austausch mit den GAW-Mitgliedern aus den anderen Hauptgruppen Norddeutschlands, aus Ostfriesland, Oldenburg, Bremen, Hannover und der Nordkirche. Gastweise war auch Kurhessen-Waldeck vertreten. Einmal im Jahr treffen sich die Norddeutschen Hauptgruppen. Das nächste Treffen findet 2018 im Bereich der Nordkirche  statt.

 
Die Gemeinde des Jahres - Bad Bentheim

                                                                                                               
Diese Gemeinde ist einfach spitze,“ sagte Hans Neithardt Hansch, ehemaliger Vorsitzender der GAW Hauptgruppe Osnabrück, und auch Wiard Müntinga, stellvertretender Vorsitzender der Regionalgruppe des Diasporawerkes, sparte nicht mit lobenden Worten. Sie richteten sich an die Martin Luther Gemeinde in Bad Bentheim und vor allem an die Glieder dieser Kirchengemeinde. Deshalb ging die Auszeichnung “Gemeinde des Jahres“ an diese Stelle.

 Gemeinde des Jahres 2016 - Bad Bentheim  
Der Kirchenvorstand der Martin Luther Gemeinde in Bad Bentheim nahm die Auszeichnung der GAW-Hauptgruppe zur „Gemeinde des Jahres“ entgegen.

 

Die Martin Luther Gemeinde war von Anfang an dabei, sagte Hans Neithardt Hansch bei seiner Ehrung. Diese Anfänge liegen mehr als hundert Jahre zurück, als das Gustav Adolf Werk wieder erblühte und die lutherische Gemeinde in Bad Bentheim gegründet wurde. Seitdem pflegen die Gemeindeglieder einen engen Kontakt zum Diasporawerk und unterstützen damit viele Christen in aller Welt, die in der Minderheit ihren Glauben leben. Die Gemeinde ist aufgeschlossen und gastfreundlich, wenn Christen aus aller Welt zu Besuch sind und aus ihrer Heimat berichten, Ehrenamtliche engagieren sich in der Diaspora, regelmäßig gehen Konfirmandengaben an das GAW und in Kollektensammlungen wird die Diaspora-Arbeit fleißig unterstützt.



Eine starke Gemeinde

Die Martin Luther Gemeinde steht auch in der Mitgliederstatistik ganz oben. Mit 16 Einzelmitgliedschaften unter den Gemeindegliedern ist Bad Bentheim die mitgliederstärkste Gemeinde innerhalb der Hauptgruppe, zu der gut zweihundert Mitglieder in rund 100 Gemeinden gehören. „Bad Bentheim war schon immer ein Zentrum der GAW-Hauptgruppe Osnabrück“, so Hans Neithardt Hansch. Die Gemeinde ist auch „Leitungszentrale“. Seit 2008 leitete Pastor Hartmut Giesecke von Bergh die Hauptgruppe Osnabrück als Vorsitzender, auch im Bundesvorstand des GAW wirkte er mit. „Wir leben davon, dass Menschen das Diasporawerk mit ihrer Arbeit, ihren Spenden und dem Gebet unterstützen“, so Neithardt Hansch.
Er überreichte dem Kirchenvorstand neben dem herzlichen Dank auch die Urkunde, die die Martin Luther Gemeinde zur „Gemeinde des Jahres 2015“ auszeichnet. Die Ehrung fand innerhalb eines Gemeindeabends statt, bei dem Dr. Martin Volkmann, Generalsekretär der Obra Gustavo Adolfo in Brasilien, über das Gemeinde- und Glaubensleben evangelischer Christen in Brasilien berichtete.   

 
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