Jahresbericht des Vorsitzenden 2009
Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren!
Der erste Jahresbericht, den ich Ihnen als Vorsitzender der Hauptgruppe heute geben darf, umfasst den Zeitraum von der letzten Mitgliederversammlung am 15.4.2008 bis heute. „Niemand steht im Glauben allein ... ...das sollen die evangelischen Minderheiten, die zahlenmäßig kleinen Gemeinden, spüren gerade dann, wenn sie sich als wirkungslos, oft und öffentlich übersehen, nicht wahr genommen oder allein gelassen vorkommen.“

Mit diesem grundlegenden Gedanken für unsere Diasporaarbeit begrüßen wir seit wenigen Wochen auf der neuen homepage unseres Vereins www.gaw-os.de diejenigen, die sich für unsere Arbeit interessieren und uns im Internet gefunden haben.
Niemand steht im Glauben allein, das gilt für die Gemeinden in der Welt, denen wir in Gebet und praktischem Tun verbunden sind, durch unsere Kontakte und durch unsere Projekte ; das gilt auch für uns selbst, die knapp 190 Mitglieder unserer Hauptgruppe. Ich möchte Ihnen meinen Bericht in 5 Abschnitten geben.

Der neue Vorstand
Die Mitgliederversammlung in Haste/Osnabrück am 15.4.2008 hat  Sup. Hans-Neithardt Hansch, Anni Helms, Edda Kreiensiek, Robert Lutterbeck,  Präses Alfred Mengel,  Wiard Müntinga, Bärbel Rekker-Preuin und Friedrich Rost in den neuen Vorstand und mich zum Vorsitzenden gewählt.
Die Mitglieder haben uns mit einem großen Vertrauen ausgestattet – wir hoffen, dass wir es in der Tätigkeit des ersten Jahres erfüllen konnten. Wir haben , weil es eine gute Mischung von Kontinuität und Neuem im Vorstand gibt, gut und geschwisterlich zusammengefunden und arbeiten höchst erfreulich zusammen.
Der Vorstand hat sich 
am 5.Mai 08 in Schüttorf,
am 25. August 08  in Schledehausen,
am 29. Oktober 08 in Osnabrück  Paulusgemeinde und
am 3. Februar 09 in Lengerich
zu seinen Vorstandssitzungen getroffen. Die einzelnen Themen unserer Beratungen ergeben sich sowohl aus dem Jahresplan, als auch aus aktuellen weiteren Anlässen; ich komme darauf zurück.
Zentraler Inhalt der ersten 5 Monate war die Vorbereitung des Jahresfestes.

2. Das 165. Jahresfest im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz
Schon lange vor dem Jahresfest im September hatten mein Vorgänger Sup. Hansch und ich als Sprengelbeauftragter für Diasporaarbeit im Sprengel Osnabrück den Kontakt zum ev.-luth. Kirchenkreis Grafschaft Diepholz gesucht. Indem wir einen Besuch in der Pfarrkonferenz in Lemförde machen und eine freundliche Einladung zum Mitfeier des Jahresfestes aussprechen konnten. Wir trafen auf interessierte Mitchristen und erhielten sogleich die kräftige Unterstützung von Superintendent Priesmeyer und Pastor Buchwitz als Diasporabeauftragter im dortigen Kirchenkreis.
Am 27. September konnten wir bei einer langen Nacht der Kirchen  in Kirchdorf die Arbeit unserer Hauptgruppe und unseres Werkes durch eine eindrucksvolle Präsentation von Sup. Hansch bekannt machen. In einer gut gefüllten Kirche mit mancherlei musikalischen Angeboten gelang eine Verbindung verschiedener Aktivitäten mit unserm Gustav-Adolf-Werk.
In 8 Gemeinden des Kirchenkreises fanden am darauffolgenden Sonntag Diasporagottesdienste statt. Unser Thema für dieses Jahresfest war „Ein Blick nach Insterburg“. Nach einem eindrucksvollen Gottesdienst in Sulingen mit einer fast 1000 € starken Kollekte und der Predigt des früheren Königsberger Propstes Wolfram stand der Festvortrag von Luise Wolfram in Sulingen im Mittelpunkt der Festversammlung. Ich konnte den Bürgermeister Knoop, den Superintendenten Priesmeyer, das Pastorenehepaar Ruslan Semenjakow und Maria Goloschalowka aus Insterburg begrüßen, sowie ein Grußwort des Propstes Osterwald aus Königsberg verlesen. Wir haben eine besonders herzliche Gastfreundschaft der Sulinger und des Kirchenkreises erlebt, wir sind dankbar für neue Mitglieder unserer Hauptgruppe und betrachten das Jahresfest als einen großen Erfolg. Auch wenn zur Zeit hinsichtlich des Gemeindehauses in Insterburg dort wohl Schwierigkeiten aufgetreten sind, stehen wir mit unseren gesammelten Spenden bereit, um die Hilfe zur rechten Zeit einsetzen zu können.
Ich habe persönlich aus dem Jahresfest gelernt : es bietet sich an, nach Verbindendem zwischen Gemeindetradition und unserem Anliegen als GAW zu suchen und sich für Jahresfeste nach Möglichkeit in bewährte Strukturen zu begeben. Dabei muss jeweils unser Anliegen, für die Geschwister in den Diasporagemeinden Stimme zu erheben und um Hilfe zu bitten, deutlich werden.
Wir werden auf diesem erfolgreichen Weg fortfahren. An dieser Stelle danke ich Sup. Hansch sehr herzlich für seinen  gewaltigen Einsatz bei der praktischen Organisation des 165. Jahresfestes.

Die Einbindung in das Gesamtwerk
Eine Woche vor unserm Jahresfest hat in Pasewalk in der Pommernschen Kirche die Vertreterversammlung des Gesamtwerks stattgefunden. Neben dem Vorsitzenden haben Herr Müntinga als stellv. Vorsitzender und Ehepaar Hansch als Gäste der pommerschen Hauptgruppe teilgenommen. Die Hilfe für die innerdeutsche Diaspora, der wir uns in unserer Hauptgruppe ja auch besonders verpflichtet fühlen, wurde von 50 auf 100.000 € aufgestockt. Die Versammlung diskutierte den Weg des Gustav-Adolf-Werks für die Zukunft und wählte einen neuen Generalsekretär. Noch bevor dieser allerdings im Jahr 2009 sein Amt antreten konnte, zog er im Frühjahr seine Bewerbung zurück. – eine schwierige Situation für unser Werk.
Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 27. März 2009 in Frankfurt am Main ( Teilnehmer : der Vorsitzende und der stellv. Vorsitzende Müntinga) wurden das Verhältnis von Vorstand und Mitgliederversammlung gewählt, dem Vorstand das Vertrauen ausgesprochen und Schritte in die Wege geleitet, damit bei der nächsten Vertreterversammlung im Herbst 2009 ein neuer Generalsekretär gewählt werden kann. Generalsekretär Hans Schmidt hat sich dankenswerterweise bereiterklärt, bis zum Amtsantritt eines Nachfolgers im Amt zu bleiben.
Die Einbindung in das Gesamtwerk zeigt sich auch in der Unterstützung des Stipendiatenprogramm des GAW. So hat stud.theol. Renato Francesco Pagung aus Brasilien im Februar/März dieses Jahres im Rahmen seines Studiums an der Universität Leipzig sein Gemeindepraktikum in der Martin-Luther-Gemeinde in Bad Bentheim absolviert. Ich kann nur Kolleginnen und Kollegen auffordern, sich für solche in aller Regel bereichernden Praktika von Stipendiaten des Gustav-Adolf-Werks bereit zu finden!  Auch hiermit festigen sich die Verbindungen der Glaubensgeschwister über weite Entfernungen hinweg!

Beziehungen zu anderen in der Diasporaarbeit tätigen Organisationen
Mit den anderen norddeutschen Hauptgruppen des GAW wurde auch 2009 wieder die Tagung der norddeutschen Hauptgruppen veranstaltet. Eheppar Müntinga und Ehepaar Hansch haben teilgenommen; der Vorsitzende war leider dienstlich verhindert. Es hat sich bewährt, nach gemeinsamen Interessen zu suchen ( Beispiel innerdeutsche Diaspora ) und sie im Gesamtwerk kräftig zu vertreten.
Mit dem Martin-Luther-Bund, dem Evangelischen Bund, der Aktion Brot-für-die-Welt und Hoffnung-für-Osteuropa sind wir in unserer Landeskirche in der Arbeit der Diasporakammer im Landeskirchenamt unter Leitung von OLK Dr. Rainer Kiefer verbunden. Normalerweise zweimal im Jahr nehmen für das GAW die Vorsitzenden Schliephake/Hannover, Grundmann/Ostfriesland und Giesecke von Bergh/Osnabrück teil. In diesem Jahr wurde vor allem eine von über 80 Teilnehmern besuchte hochkarätig besetze Diasporatagung in der Evangelischen Akademie Loccum „Wenige bewegen viele“ vorbereitet. Die Tagung  hatte ihre inhaltlichen Schwerpunkte vor allem auf der Arbeit der Diasporakirchen in Rumänien, Russland, Litauen, Frankreich und Brasilien. Eindrucksvolle Vorträge und wichtige menschliche Kontakte sowie die Festigung der Zusammenarbeit zwischen den Werken in unserer Landeskirche waren Erträge dieser Tagung. Die Werke hatten Gelegenheit, ihre Arbeit speziell auch vorzustellen.
Für den Diasporasonntag im November, wenn  die Kollekte in unserer Landeskirche für die Diasporaarbeit vorgesehen ist, werden zur Zeit Gottesdienstmaterialien erarbeitet.
Ich bin dankbar für die kräftige Unterstützung der hannoverschen Landeskirche; und es bleibt unser Ziel, die Arbeit des Gustav-Adolf-Werks auch im Kollektenplan einmal wieder in die Reihe der Pflichtkollekten zu bringen.
2010 wird die Aktion Hoffnung für Osteuropa im Bereich unserer Hauptgruppe, nämlich in Nordhorn zentral eröffnet. Es gibt eine Vorbereitungsgruppe, an der auch das GAW beteiligt ist. Ich habe für die Hauptgruppen Osnabrück, Hannover und Ostfriesland an einem ersten Planungsgespräch teilgenommen.
Daneben zähle ich auch persönliche Kontakte zum Beispiel zur IERP durch das Argentinienforum zu den Bereichen, in denen sich Diasporaarbeit für unsere Hauptgruppe darstellt. Wir haben im Sommer zur Unterstützung der evangelischen Kirche in Argentinien. Uruguay und Paraguay einen Verein gegründet. Davon berichte ich gern ein andermal.
Mir ist die Vernetzung der Diasporaarbeit mit anderen, die ähnlich tätig sind, wichtig. Dabei hat das älteste Diasporawerk große Erfahrungen und Prägendes einzubringen.

Arbeitsvorhaben und Aufgaben für die Zukunft
Ende Oktober haben wir auf Vorschlag der a.o. Mitgliederversammlung die Projekte für 2009 festgelegt. Ich habe mich gefreut, dass wir dem Gesamtwerk gegenüber die Summe von 12.000 € genannt haben; jetzt geht es darum, diese Summe durch verschiedene Aktivitäten auch aufzubringen. Die Projekte weisen eine weise Mischung zwischen Aufgaben in lutherischen und reformierten Gemeinden, sowie in den Bereichen Osteuropa, Lateinamerika und innerdeutsche Diasporaarbeit auf. Unsere Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit, die gleich noch berichten wird, hat den ansprechenden Flyer erstellt; vielen Dank!
Das Jahresfest 2009 werden wir am 26. und 27.9. im ev.ref. Synodalverband Emsland-Osnabrück unter starker Mitwirkung unseres Vorstandsmitglieds Präses Mengel feiern. Es sind inwischen Kontakte nach Lettland aufgenommen, wir haben Gäste eingeladen, es wird Johannes Calvin als ökumenischer Theologe im Mittelpunkt stehen, es haben bisher eine Reihe von reformierten und lutherischen Gemeinden Gastprediger erbeten; wir haben ein hervorragendes Duett mit russischer Folklore für den Diasporaabend in Lingen verpflichtet. Die Festversammlung wird am 27.9. dann in Lengerich sein. Wir freuen uns auf das Jahresfest, werden die Kirche in Ape in Lettland in den Mittelpunkt stellen und laden Sie schon heute herzlich dazu ein.. Ich danke besonders den Mitgliedern des Vorstands Hansch und Mengel für die Vorbereitungen.
Unsere Öffentlichkeitsbeauftragte Frau Rekker-Preuin, der ich  besonders für die gelungene Arbeit am Internetauftritt danken möchte, wird im Anschluß noch berichten, ebenso wie die Beauftragte für Frauenarbeit, Frau Kreiensiek. Ich danke Herrn Lutterbeck für die ausgezeichnete  Arbeit als Schatzmeister, Frau Helms für ihre vorbereitenden wichtigen Gedanken zu unseren Jahresfesten, Herrn Müntinga für seine Tätigkeit als Schriftführer und für die Hilfe, die in bewährter Weise Herr Rost ihm und uns allen zuteil werden lässt.
Im Jahr 2010 wird die Vertreterversammlung des Gesamtwerks in Osnabrück sein. Wir sind mit organisatorischen Planungen bereits beschäftigt, vor allem Sup. Hansch, der u.a. die Aufgaben der Vorbereitung der Feste und Veranstaltungen übernommen hat. Leider hat unsere Bischöfin für den Eröffnungsgottesdienst abgesagt; wir suchen zur Zeit nach angemessenem Ersatz. Vorkontakte mit den Gemeinden St. Katharinen und St. Marien sind erfolgt.
Man soll sich ja Ziele stecken , also :
  • ich möchte gern, dass wir die Mitgliederzahl von 200 erreichen,
  • ich möchte gern, dass die Arbeit des GAW noch bekannter im Altsprengel Osnabrück wird
  • ich möchte die Verbindung und Vernetzung der inhaltlichen Arbeit fördern und vorantreiben
Schließlich danke ich Ihnen allen und den anderen, die unsere Arbeit in Gebet und Engagement, mit ihren Spenden und Gaben, mit ihren Anregungen und ihrer Kritik unterstützen. Ihr Vorstand und Ihr Vorsitzender ist darauf natürlich angewiesen!  Es wird aber auch das christliche geschwisterliche Miteinander im Dienst am Nächsten unterstützt und gefördert. Und wir werden uns dessen als glaubensstärkende Botschaft immer wieder bewusst :
  • dass Christinnen und Christen in Brasilien und im Emsland, in Krasnojarsk, in Ape und in Rumänien, in Lettland und im Osnabrücker Land, am Rio de la Plata und in Vorpommern in Frankreich, Ungarn und Italien und überall unter dem auferstanden Herrn in der österlichen Freudenbotschaft verbunden sind : der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!
(Hartmut Giesecke von Bergh, Vorsitzender)  
 
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