Jahresbericht des Vorsitzenden 2010

Mitgliederversammlung Gustav-Adolf-Werk Hauptgruppe Osnabrück in Bad Essen, 14. April 2010


Liebe Schwestern und Brüder, sehr geehrte Damen und Herren!
Der heutige Jahresbericht, den ich Ihnen als Vorsitzender der Hauptgruppe geben darf, umfasst den Zeitraum von der letzten Mitgliederversammlung am 20.4.2009 im Melanchthonhaus in der ev.- ref. Gemeinde Schapen im südlichen Emsland bis heute.  

Ich grüße Sie herzlich mit den Versen, die dem 1. Sonntag nach Ostern seinen lat. Namen Quasimodogeniti gegeben hat. 1. Petr. 1,2 :“ So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede und seid begierig nach der vernünftigen lauteren Milch wie die neugeborenen Kindlein, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, da ihr ja geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.“

Es mag einen ja vielleicht trösten und versöhnlich stimmen, dass den Gemeinden Ende des 1. Jahrhunderts solche Aufforderung zuteil werden mussten: Bosheit, Betrug, Heuchelei und lose Rede, die gab es also schon vom Beginn unserer Kirche an. Kein Wunder, dass wir auch heute in einer Zeit leben, in der inmitten unserer gemeinsamen Kirche schlimme Verbrechen zutage treten, dass Opfer sich melden, dass unsere gemeinsame Kirche sich zu Recht in einer Auseinandersetzung befindet. Um die Frage, wie glaubwürdig können wir das Evangelium verkünden, wenn es solche schrecklichen Übergriffe, Verbrechen und Fehlverhalten gab. Wie gehen wir christlich, geschwisterlich und entschieden damit um. Wie schaffen wir es, berechtigte Vorwürfe von losen Reden in machen Teilen der Öffentlichkeit, manchen Gazetten oder Talkshows sachlich und ehrlich zu unterscheiden. Ich deute nur an und bezeuge meinen ausdrücklichen Respekt unserer katholischen Schwesterkirche gegenüber und allen Versuchen, aufzuklären, zu helfen, zu bessern. Vor allem deshalb, weil die Vorwürfe unsere gemeinsame Kirche treffen und wir Evangelischen keineswegs von diesen Dingen gefeit sind.
Begierig sollen wir sein nach der vernünftigen lauteren Milch – gut, dass da auch schon das Wort „vernünftig“ steht – als die neugeborenen Kindlein. Quasimodogeniti. Durch die Taufe neugeboren, durch die Auferweckung Jesu Christi auf einen ganz neuen Lebensweg gesetzt. Im Evangelium sollen und dürfen wir zunehmen zu unserm Heil, weil wir die Freundlichkeit des Herrn geschmeckt haben.
Liebe Schwestern und Brüder: und damit bin ich beim Gustav-Adolf-Werk. Dank an Gott, dass er durch die österliche Auferstehung seines lieben Sohnes unsere Kirche gründet, trägt und erhält , Dank an Gott, dass er auch im vergangenen Jahr unsern Dienst an den Geschwistern in der Diaspora im Gustav-Adolf-Werk gesegnet und gefördert hat. Dank an Gott schließlich, dass er uns zusammengehalten und uns stark für die Belange unserer Geschwister gemacht hat.

1.    Vorstand

Nach der Mitgliederversammlung in Schapen – wir hatten  sie wegen des im Herbst dann stattgefundenen Jahresfestes im Bereich des ev.-ref. Synodalverbandes Emsland-Osnabrück abgehalten  - hat sich der Vorstand vor allem zur Vorbereitung der Veranstaltungen viermal getroffen.
Am 25.5. in Ostercappeln, am 17.8. in Bonnus Osnabrück , am 26.10. nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung in St. Katharinen in Osnabrück und zum ersten Mal in diesem Jahr am 8.2. in der Matthäusgemeinde Osnabrück. Ich darf Ihnen von einem sehr vertrauensvollen und guten Zusammenwirken des Vorstands dankbar berichten, in dem jeder seine Gaben einbringt, seine Aufgaben gewissenhaft wahrnimmt und das Ganze fördert. Es ist eine sehr erfreuliche und gute Zusammenarbeit, und ich danke allen Vorstandsmitgliedern, Frau Helms, Frau Kreiensiek und Frau Rekker-Preuin, Herrn Sup. Hansch, Herrn Lutterbeck, Herrn Präses Mengel, Herrn Müntinga und Herrn Rost.

Neben den Vorbereitungen der Veranstaltungen hatte der Vorstand hier und da auch über Einzelbitten zu entscheiden, die an uns herangetragen wurden; nach reiflichem Abwägen und unter Erhalt unseres Grundsatzes, dass wir unsere Förderungen im Zusammenspiel mit dem Hauptwerk und dem ausführlichen Projektkatalog tun, haben wir hier im Einzelfall doch ein wenig helfen können. Der Vorstand nimmt Berichte aus der Frauenarbeit und aus den anderen Bezügen unserer Hauptgruppe entgegen, er nimmt an Veranstaltungen wie den Vertreterversammlungen, an der Einführung des neuen Generalsekretärs , an den Sitzungen der Diasporakammer in Hannover oder an der Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen teil. In diesem Jahr beschäftigten uns auch die Vorbereitungen der Vertreterversammlung des Gesamtwerks in Osnabrück im September – ich komme darauf gleich noch zurück.

2.    Das 166. Jahresfest im ev.-ref. Synodalverband Emsland-Osnabrück

Wie Sie wissen versuchen wir seit Jahren, regelmäßig in den Mitgliedskirchenkreisen – es sind die lutherischen Kirchenkreise des Altsprengels Osnabrück – sowie in den ev.-ref. Synodalverbänden unsere Aktivitäten besonders durch das Jahresfest vorzustellen. Im Jahr 2009 war es unter der besonderen Vorbereitung und Leitung unseres Vorstandsmitglieds Alfred Mengel der ev.-ref. Synodalverband Emsland-Osnabrück. Beim Diasporaabend im September in Lingen waren wir Gast der dortigen ev.-ref. Gemeinde. Im Mittelpunkt stand die Beschäftigung mit dem Theologen Johannes Calvin mittels eines interessanten Vortrags von Prof. Plasger, außerdem der lebendige Bericht aus Krasnojarks, den uns der Asienbeauftragte des ev.-luth. Missionswerks in Hermannsburg Helmut Grimmsmann gegeben hat. Wunderbare Musik durch das Osnabrücker Duo Gerhild Bitzer und Leonid Korrell rundeten den besonderen Abend ab.  Dass er nicht den zahlenmäßigen Zuspruch erfuhr, den wir uns gewünscht hatten, hat mich traurig gemacht, aber nicht verzagt. Auch in der Öffentlichkeitswirkung können und müssen wir noch besser werden!
Am darauf folgenden Sonntag fanden Diasporagottesdienste statt und es schloss sich eine sehr interessante Vortragsveranstaltung in Lengerich an, zu der Dr. Ferenc Fodor über die ungarisch-reformierte Kirche lebendig und eindrucksvoll berichtete. Die Gastfreundschaft in Lengerich ließ die Teilnehmer danach auch noch zum Mittagessen zusammen sein und angeregte Gespräche führen.

3.    Die Einbindung in das Gesamtwerk

Im Herbst hat die Vertreterversammlung in Bad Herrenalb unsern heutigen Gast, Pfarrer Enno Haaks zum neuen Generalsekretär gewählt. Er wurde dann in einem feierlichen Gottesdienst in der ev.-ref. Kirche in Leipzig am 29. Januar 2010 in sein Amt eingeführt. Wir gratulieren auch von dieser Seite aus noch einmal ganz herzlich und wünschen Gottes Segen für alle Ihre Tätigkeit!

Ebenfalls in diesem festlichen Gottesdienst wurde unserem früheren Vorsitzenden und Vorstandsmitglied Sup. Hans-Neithardt Hansch eine besondere Ehrung zuteil. Für seine großen Verdienste um die Arbeit des Gustav-Adolf-Werks und natürlich vor allem unserer Hauptgruppe wurde er mit dem Bernsteinkreuz des Gustav-Adolf-Werks ausgezeichnet. In der Laudatio wurde ganz besonders sein großes Engagement zugunsten der innerdeutschen Diaspora mit der Unterstützung der Schulgründungen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern geehrt. Als Hauptgruppe sind wir stolz und freuen uns mit ihm, und seiner Frau. Auch von hier aus noch mal einen ganz herzlichen Glück- und Segenswunsch!

Übrigens: auch diese Information konnten Sie bald danach auf unserer gut gepflegten Internetseite www.gaw-os.de nachlesen! Nutzen sie sie; ich danke besonders Frau Recker-Preuin für ihre engagierte Arbeit mit diesem unverzichtbaren Medium.

4.     Vernetzungen

Mit den anderen norddeutschen Hauptgruppen des GAW wurde auch 2010 wieder die Tagung der norddeutschen Hauptgruppen veranstaltet. Vertreter unseres Vorstands haben teilgenommen, Herr Müntinga hat den Bulli in die winterliche Landschaft in Waren an der Müritz sicher hin und zurück gesteuert – herzlichen Dank. In diesem Zusammenhang informiere ich Sie darüber, dass am 11. April als neue Vorsitzende der Hauptgruppe Hannover Frau Pastorin Magdalena Tiebel-Gerdes aus Soltau in ihr Amt als Nachfolgerin von Bernd Schliephake eingeführt wurde. Der Vorsitzende hat schriftlich gratuliert.  

Mit dem Martin-Luther-Bund, dem Evangelischen Bund, der Aktion Brot-für-die-Welt und Hoffnung-für-Osteuropa sind wir in unserer Landeskirche in der Arbeit der Diasporakammer im Landeskirchenamt unter Leitung von OLK Dr. Rainer Kiefer verbunden. Normalerweise zweimal im Jahr nehmen für das GAW die Vorsitzenden von Hannover, Ostfriesland und Osnabrück teil.
Die Nachbereitung der Diasporatagung in Loccum im vorigen Jahr sowie die Vorbereitung einer Arbeitshilfe zur Diasporaarbeit, die im November erschien und in der u.a. die diesjährige Festpredigerin bei unserm Jahresfest, Pastorin Caroline Bauberot aus Paris grundlegende Gedanken zur Diasporaarbeit verfasst hat, beschäftigen die Arbeit der Diasporakammer.

Außerdem hat eine erste halbtätige Veranstaltung in Hannover stattgefunden, zu der die Diasporabeauftragten der Landeskirche eingeladen waren. Diese Arbeit soll in diesem Jahr eine Fortsetzung erfahren. Es ging dabei vor allem um die Vernetzung mit der Arbeit der Werke und den Gemeinden.

Im Februar wurde in Nordhorn die letzte Sammelaktion „Hoffnung für Osteuropa“ eröffnet, die neben der zentralen Leitung durch die EKD vor allem in den Händen der gastgebenden ev.-ref. Kirche in Nordwestdeutschland und ihrer Diakonie lag. Sowohl an der Vorbereitung war der Vorsitzende beteiligt, als auch an einem der inhaltlichen Abende mit verschiedenen ökumenischen Gästen. Hier geht es vor allem darum, Kontakte zu knüpfen.

Ich nenne Ihnen einige weitere Ereignisse und Kontakte.

Am 22.11.2009 konnte ich das Gustav-Adolf Werk bei der Jubiläumsfeier der ev.-ref. Kirche in Baccum bei Lingen vertreten. Man hatte sich mittels einer sehr freundlichen Einladung ausdrückliche diese Verbindung zum Gustav-Adolf-Werk erwünscht; ich hatte Gelegenheit, auch öffentlich die Verbindung unserer Diasporaarbeit mit der Gemeinde darzustellen.

Am 31. Januar wurde unser Vorstandsmitglied Präses Alfred Megel in Lengerich in einem  bewegenden Gottesdienst und anschließendem Empfang aus seinem aktiven Dienst verabschiedet. Ich hatte in Doppelfunktion Gelegenheit, daran teilzunehmen, bin dem mit meiner Frau gern gefolgt und konnte so auch die Verbindung mit dem GAW deutlich machen und meine Freude darüber ausdrücken, dass Präses Mengel jedenfalls nicht aus seiner Arbeit in unserer Hauptgruppe und im Vorstand verabschiedet wurde.

Im März hatten wir – auch das gehört zu den Diasporakontakten, die ich für unsere Arbeit zu nutzen gedenke – in einer regionalen Pfarrkonferenz in Bad Bentheim und einer abendlichen Gemeindeveranstaltung Besuch von Pastor Jorge Gerhard aus Mercedes in Uruguay; er ist viele Jahre lang der Leiter der Diakonie der La Plata Kirche in Argentinien, Uruguay und Paraguay gewesen – einer der alten Partnerkirchen des GAW. Diese Kontakte werden wir im Rahmen einer privaten Reise nach Argentinien und Uruguay im Oktober dieses Jahres weiterknüpfen und vertiefen. Ich werde beizeiten davon berichten.

5.      Was liegt vor uns?

Damit bin ich bei Gegenwart und Zukunft.

Wir bereiten unser Jahresfest im Kirchenkreis Melle vor. Am Sonnabend, d. 25.9. wird es den Diasporaabend in der Paulusgemeinde in Melle ( P. Julius ) geben. Als Gast und Referentin wird dann zum Thema „Evangelisch in Frankreich“ Pastorin Caroline Bauberot aus Paris unter uns sein. Sie wird auch am kommenden Tag, Sonntag 26.9. den Festvortrag in der St. Petrigemeinde in Melle halten. Aus unserm Vorstand haben Frau Kreiensiek  und Frau Helms die Vorbereitungen wesentlich in der Hand und auf den Weg gebracht – herzlichen Dank dafür.
Der Kirchenkreis Melle unterstützt unser Jahresfest, wir haben die Gemeinden aufgefordert, Wünsche nach Gastpredigern zu äußern; die ersten haben bereits geantwortet. Leider wird unser Generalsekretär beim 168. Jahresfest unserer Hauptgruppe nicht dabei sein können, denn

-  am Wochenende vorher findet als besonderes Ereignis die diesjährige Vertreterversammlung des GAW in Osnabrück statt. Wir sind als Hauptgruppe Gastgeberin, die Mitglieder des Vorstands werden von Sonntag, 19.9. – Dienstag 21.9. mithelfen. Die besondere Vorbereitung lag und liegt in den Händen von Superintendent Hansch als Beauftragtem unseres Vorstands. Er wird uns jetzt einen ganz kurzen Überblick über die geplanten Veranstaltungen in Osnabrück geben.
Im Anschluss daran wird Frau Kreiensiek aus der Frauenarbeit und Frau Recker-Preuin über die Öffentlichkeitsarbeit berichten.

Am Ende meines Berichtes danke ich Ihnen allen und den anderen, die unsere Arbeit in Gebet und Engagement, mit ihren Spenden und Gaben, mit ihren Anregungen und ihrer Kritik unterstützen. Ihr Vorstand und Ihr Vorsitzender sind darauf natürlich angewiesen!  Es wird aber auch das christliche geschwisterliche Miteinander im Dienst am Nächsten unterstützt und gefördert.
(Hartmut Giesecke von Bergh, Vorsitzender)
 
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