Jahresbericht 2011


Mitgliederversammlung in Salzbergen am 30. März 2011

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Mitglieder unserer Hauptgruppe!

Der heutige Jahresbericht des Vorsitzenden, den ich Ihnen inzwischen zum 3. Mal erstatten darf, erstreckt sich auf den Zeitraum von unserer Mitgliederversammlung am 14. April 2010 in Bad Essen bis heute.

Ich stelle dem Jahresbericht das Bibelwort für den 3. Passionssonntag Okuli voran „Meine Augen sehen stets auf den Herrn“, Ps. 25,15

Vielleicht haben ja auch andere, wie ich selbst, am meisten Schwierigkeiten mit dem Wörtchen „stets“. Meine Augen sehen auf den Herrn – ja, welche Christin, welcher Christ wird das nicht sagen kann. Dass jedenfalls die Absicht so ist. Dass man auf Gott orientiert ist. Dass man von seinem Wort geprägt lebt und denkt und handelt, auch ganz bewusst aus dieser Bindung in der Diasporaarbeit des Gustav-Adolf-Werks. Wir sehen auf die Glaubensgeschwister in aller Welt, wir hören von ihnen, wir teilen ihr Leben mit unserm Gebet und unserm Interesse – und wir sehen sie dabei als Kinder Gottes, als Geschwister Jesu an. Also klar: meine Augen sehen auf den Herrn.

Aber : „stets“ ? Ich ertappe ich dabei, in bestimmten Situationen meines Lebens nicht auf den Herrn zu sehen. Da bringen sich andere Themen, Sorgen, Nöte, Entscheidungen ins Gespräch, sie verdecken das, wozu ich eigentlich einmal als Pastor angetreten bin. Das mögen ganz praktische Fragen in der Leitung einer Gemeinde oder eines großen Kirchenkreises sein, wie ich das vom Februar 2010 bis in diesen Februar hinein getan habe. Das mögen persönliche Wegscheidungen in der Familie sein, wo es sachlich, vernünftig, überlegt zu handeln gibt. Sehe ich dabei stets auf den Herrn?  Martin Luther fällt mir ein, der uns neben Vielem gelehrt hat, danach zu fragen „was Christum treibet“, anders ausgedrückt: wo ich mit meinem Leben an seinem Werk, am Werk Christi, am Bau des reiches Gottes teilhabe und mitwirken soll.
Ja, stets, das wäre gut. Und wo es nicht stets ist, da spüren wir: es ist die Sünde, die uns von Gott abbringen will, es sind die bisweilen schillernden Verführungen, zu meinen, man könne as schon, man habe es im Griff. Dass wir nicht alles im Griff haben, wird uns ja immer wider bewusst. In den Wochen nach der Katastrophe in Japan besonders schmerzlich. Mit großer innerer Anteilnahme, mit unserm Gebet und unserm Schrecken gedenken wir auf vielfältige Weise der Menschen in Japan. Und bitten Gott, er möge noch weit Schlimmeres verhüten.

Meine Augen sehen stets auf den Herrn: da werde ich dann zurückgerufen. Zurück, wie der verlorene Sohn.
Und so höre ich unsern Wochenspruch nicht nur als fromme und mit Gewissheit erfüllte Glaubenszuversicht. Sondern auch als Ruf und Mahnung an mich und uns alle. Ihn, den lebendigen Gott wieder in den Blick zu nehmen. Immer neu und in allen Fragen. So wollen wir auch unsere Arbeit in Weltverantwortung, Solidarität, Nächstenliebe und christlicher Verbundenheit mit den Mitgeschwistern in aller Welt durch unsern Dienst im Gustav-Adolf-Werk tun. Mit auf den Herrn hin geöffneten Augen, denen dann zugleich das Leben unserer Geschwister lebendig vor Augen geführt wird. Und wir den anderen immer neu zum Christus werden können.

1.    Vorstand

Nach unserer Mitliederversammlung in Bad Essen, bei der wir auch unsern neuen Generalsekretär Enno Haaks begrüßen konnten, hat der Vorstand sich weitere Male getroffen.
- am 31. Mai in den Räumen der Bergkirche in Osnabrück
- am 16. August in Melle
- am 4. November in Osnabrück
- am 8.2.11 in Bad Bentheim

Der Vorstand hat sich vor allem mit der Vorbereitung des Jahresfestes und mit den Vorbereitungen zur Vertreterversammlung in Osnabrück beschäftigt, bei der unsere Hauptgruppe ja Gastgeberin war.
Ich bedanke mich auch öffentlich sehr bei allen Mitgliedern unseres Vorstands, die ihre besonderen Gaben, ihre Treue, ihren Glauben, ihre Liebe und ihre Hoffnung in engagiertes und kräftiges Tun einbringen. Wir arbeiten vertrauensvoll und mit fröhlich-entschlossenem Herzen zusammen – so soll es auch weiterhin sein!

2.)    Die Vertreterversammlung in Osnabrück vom 19. – 21.9.10

Aus unserm Vorstand hat vor allem Sup.i.R. Hansch die Vorbereitungen getragen und unermüdlich koordiniert, geplant und organisiert. Es ist ihm hervorragend gelungen und ich danke ihm ganz besonders.
Mit dem Empfang im historischen Friedenssaal von Osnabrück begann die Vertreterversammlung.
Im eindrucksvollen Eröffnungsgottesdienst in St. Katharinen predigte der Altbischof Abt Horst Hirschler, der erst gerade von einer schweren Erkrankung etwas genesen war.
Anschließend gab es den Empfang und Begrüßungsabend im Steinwerk. Grußworte der Stadt Osnabrück (Bürgermeisterin Jabs-Kiesler), des Superintendenten Pannen, unseres Präsidenten Dr. Hüffmeyer  und eine Vorstellung der hannoverschen Landeskirche prägten den festlichen Abend, mit gutem Essen und eindrucksvollen Klaviermusik.

Die Öffentlichkeit wurde besonders durch gute Berichte der NOZ und den öffentlichen Vortrag von Chrismon Chefredakteur Arnd Brummer in St. Marien hergestellt.
Ich nenne der Kürze halber noch: das gemeinsame Essen im Rampendahl, die guten Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste und schließlich die vielen Gespräche und Kontakte am Rande.
Unsere Hauptgruppe stellte sich allgemein anerkannt als gute Gastgeberin dar.

Es war dann eine Woche des GAW sozusagen,


3.    Das 167. Jahresfest im ev.-luth. Kirchenkreis Melle am 25./26.9.10

Mit Unterstützung des Kirchenkreises und auch seines Superintendenten Wolfgang Loos, der sich vor allem am Sonntag 26.9. aufgeschlossen und unserer Arbeit zugewandt zeigte, fand das Jahresfest im Kirchenkreis Melle statt.

Hervorragend vorbereitet vor allem durch Frau Kreiensiek und Frau Helms war der Diasporaabend in der Paulusgemeinde. Pastor Julius engagierte sich besonders; es gab wunderbare Musik durch die Bläser vor dem Gemeindehaus und Klavier und Flötenspiel während des Abends.
Unser Gast Pastorin Caroline Baubérot aus Paris hielt einen eindrucksvollen Vortrag über Evangelisch in Frankreich und am folgenden Tag eine ausgezeichnete Predigt in der St. Petrikirche in Melle und bei der Festversammlung. Sie wurde freundlich von Frau Rekker-Preuin persönlich betreut und hat sich sehr wohl gefühlt – Danke dafür. Die Kontakte nach Paris wollen wir durch einen Gegenbesuch im Herbst dieses Jahres vertiefen.

4.     Vernetzungen

In der Diasporakammer der hannoverschen Landeskirche ist beispielsweise zum neuen Diasporasonntag mit der Kollekte für GAW, Ev. Bund und Martin-Luther-Bund eine weitere Broschüre  „Ein starkes Stück – evangelische Minderheiten“ erschienen, an denen ich auch mit einem Beitrag über Ortsgemeinde und Diaspora mitwirken konnte.

Wir begrüßen den neuen Diasporasonntag am Sonntag Invokavit. Ergebnisse liegen mir noch nicht vor.

Im Januar fand wieder die Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen teil, an der Vertreter unseres Vorstands teilnehmen konnten.

Eine zweite Tagung der Diasporabeauftragten in der Hannoverschen Landeskirche sollte neulich in Osnabrück stattfinden, musste aber wegen des Bahnstreiks kurzfristig abgesagt werden, was ich sehr bedauert habe.

Die Kontakte zur Evangelischen Kirche am La Plata konnten meine Frau und ich im Herbst durch unsere 14 tägige Reise nach Argentinien und Uruguay erneuern und vertiefen. An einer interessanten Tagung mit der La Plata Kirche Anfang Juli in Bielefeld kann ich aus Termingründen leider nicht teilnehmen.

Am 3./4.9.10  fand auch die Mitgliederversammlung des Vereins diaierp unter Leitung des früheren Auslandsbischofs Hans-Joachim Held in der Jägerei Hustedt statt.

Es fand neulich in Leipzig ein Treffen der Vorsitzenden und Geschäftsführer teil; daran konnte ich wegen einer kurzfristigen terminlichen Störung im Kirchenkreis leider nicht teilnehmen.

Es gibt eine immer wieder neu gepflegte gute Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden der Hauptgruppe Ostfriesland Pastor Sven Grundmann in Holtland. Er wird im Herbst mit mir zusammen eine Kirchenkreiskonferenz in unserm KK zum Thema Diasporaarbeit gestalten.

5.    168. Jahresfest am 17./18.9.2011 im Kirchenkreis Emsland-Bentheim

Wir bereiten uns auf das Jahresfests mit dem Schwerpunkt „Evangelisch in der Ukraine“ vor.
Viele Gemeinden unseres Kirchenkreises haben bereits Gastprediger angefordert. Unser Präsident Dr. Hüffmeyer hat sein Kommen zugesagt. Für den Diasporaabend am 17.9. in Bad Bentheim haben wir als Gast Pastor Andreas Hamburg aus Odessa gewonnen, außerdem Pastor Dieter Grimmsmann aus Lingen, der über die Arbeit in den Diasporagemeinden im Großraum Omsk berichten wird.
Für die musikalische Gestaltung haben wir wieder das Osnabrücker Duo Gerhild Bitzer und Leonid Korell mit einem Programm russischer Volksmusik gewinnen können.

Erste Kontakte zur Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft in der Grafschaft Bentheim wurden geknüpft; über eine Einbindung denken wir nach.

Es gibt erste Kontakte über unser ukrainisches Projekt in der Westukraine mit der ev.-ref. Gemeinde Neu-Isenburg, die seit Jahren hier hilfreich tätig sind. Über Vernetzungen denken wir nach.
Am Sonntag 18.9. wird die Festversammlung mit Hauptvortrag von Pastor Hamburg in Bad Bentheim sein.

Es ist mir gelungen, zum ersten Mal eine im ganzen Kirchenkreis stattfindende Kollekte für die Arbeit GAW Hauptgruppe Osnabrück festzulegen. Sie wird (leider erst) am Sonntag nach unserm Jahresfest im Kirchenkreis Emsland-Bentheim gesammelt werden.

So freuen wir uns auf das Jahresfest im KK Emsland-Bentheim und laden Sie und viele andere bereits heute herzlich dazu ein.

Am vergangenen Sonnabend konnte ich in Hannover in einem kurzen und freundlichen Gespräch im Rahmen eines Abends der weltweiten Kirche unsern neuen Landesbischof Ralf Meister persönlich und mit einem Schreiben grüßen. Er zeigt sich als der Diasporaarbeit aufgeschlossener Bischof, der die Arbeit als Generalsekretär in Berlin besonders aus Kontakten zu unserm Präsidenten Dr. Hüffmeyer kennt. Das lässt hoffen!

Ich schließe meinen Jahresbericht mit dem Dank an Sie alle, die Sie die Arbeit des GAW mit ihrem Gebet, ihrer Treue und Ihrer Gabe so reich unterstützen.

Vielen Dank.

Hartmut Giesecke von Bergh, Vorsitzender

 
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