Jahreslosung 2020

 

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Ein Glas steht vor mir. Wasser, halbvoll; oder doch eher: halbleer? Es ist eine Frage der Sichtweise, der Erfahrung, der Lebenseinstellung wie ich es sehen möchte: halbvoll oder halbleer. Dieses Glas, das die Künstlerin Eva Jung zur Jahreslosung 2020 fotografiert hat, ist besonders. Es besitzt eine Skala, wie der Messbecher aus Blech in der Küche meiner Mutter. Genau nachmessen, mehr oder weniger, zu viel vielleicht oder auch zu wenig.

Dazu das Wort „Glaube“ oben und „Unglaube“ unten. Ein Hin und Her, zwischen Gauben und Unglauben. Wie wir alle es kennen. Phasen, Zeiten und Lebensabschnitte, wo der Unglaube überwiegt, geprägt von  traurigen, den Zweifel fördernden Ereignissen. Oder auch anderen, wo wir glücklich, dankbar, voll der wunderbaren Erfahrungen sind. Und wissen: das kommt von  Gott, wie alles wirklich Gute und alles wirklich Wichtige eben. Dann hat der Glaube Überhand.

Die Jahreslosung erzählt vom Vater eines kranken Kindes, der wünscht, dass Jesus seinem Kind helfen, es heilen kann. Zuversicht, Zutrauen, Hoffnung und Gewissheit, eben: Glaube gehört dazu. Das möchte er gern, aber seine Lebenserfahrung kennt vor allem den Zweifel, die Enttäuschung, die Depression. „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ sagt der Vater zu Jesus. Ich möchte ja glauben, höre ich, ich sehne mich nach Zuversicht und Tragendem. Und doch zehrt der Zweifel, die sogenannte Realität, das Vorfindliche, die Enttäuschung an mir.  Ich finde, es ist eindrucksvoll beschrieben, was wohl jede Christin, jeder Christ kennt.  Nicht immer sind wir die strahlenden Glaubenshelden; auch nicht immer nur die Verzagten. Unseren Geschwistern in den evangelischen Gemeinden in der Diaspora geht es nicht anders. Manchmal glaubensstark, weil die Umgebung Andersgläubiger oder Nichtgläubiger die Gemeinden zusammenschweißt. Um das Evangelium von Jesus Christus herum. Und dann wieder voller Verzagtheit und Zweifel, ob sich Gott wohl zuwenden werde. Ob er überhaupt die Not, die Verfolgung, das Elend und die tägliche Mühsal wenden werde.

Im Gustav Adolf Werk sind wir mit den vielen Gemeinden in der evangelischen Diaspora überall in der Welt eng verbunden. Im geschwisterlichen Gespräch, im Austausch, im Gebet. Und mit praktischer Hilfe, die wir aus den Spenden weitergeben können, um die wir in unserem Land bitten.
Diese Verbindung darin, weltweit Gemeinden zu helfen, trägt uns im Gustav Adolf Werk.
Ich lade Sie herzlich ein, dazu zu kommen und mit zu machen. Ich bitte Sie um Ihr Interesse, Ihr Gebet für die Glaubensgeschwister, Ihre Mitwirkung und Mitgliedschaft bei uns und um Ihre Gaben. Die nicht allein zu lassen in Ost- und Westeuropa, in Asien und Lateinamerika, die unsere evangelischen Glaubensgeschwister sind und sich auf unsere Hilfe verlassen. Das ist eine ganz wunderbare Sache.

Seien Sie ab heute mit dabei und seien Sie selbst mit Glauben und Zuversicht im begonnenen Jahr gesegnet.

Hartmut Giesecke von Bergh

 

Ihr

Hartmut Giesecke von Bergh
(Pastor, Vorsitzender der Hauptgruppe Osnabrück des GAW)
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