Evangelische Minderheit mit starker Hilfe

Jahresfest 2014: Evangelisch in Polen

„Der Glaube überwindet Grenzen und er bringt Menschen zusammen,“ sagte Wanda Falk in der Andreas Kirche, Hollage. Das beste Medium dieser Glaubensverbindungen sind für die Generaldirektorin der polnischen Diakonie persönliche Begegnungen. Beim Jahresfest der GAW Hauptgruppe wurde das praktiziert.

 Jahresfest 2014 des GAW Osnabrück
In der Andreas Gemeinde Hollage wurde das Jahresfest des GAW Osnabrück gefeiert. Pastor Hans Georg Meyer- ten Thoren begrüßte Hartmut Giesecke von Bergh, Wanda Falk, Wilhelm Hüffmeyer, Rainer Kiefer und Hans Neithardt Hansch.

„Evangelisch in Polen“ unter dieser Überschrift stand das Jahresfest der Regionalgruppe Osnabrück, dem sich der Kirchenkreis Osnabrück anschloss. Ehrengast des zweitägigen Treffens in der Andreas Gemeinde, Wallenhorst-Hollage, war Wanda Falk, Generaldirektorin der Diakonie in Polen. Sie referierte über die Situation der evangelischen Christen in Polen. Nur 70.000 Menschen (0,2 % der Gesamtbevölkerung)  gehören dem evangelischen Glauben an. Über viele Jahre sei die evangelische Konfessionszugehörigkeit mit Diskriminierungen verbunden gewesen. „ Evangelisch heißt deutsch sein und mit dem zweiten Weltkrieg in Verbindung zu stehen,“ so Wanda Falk.

Trotz der geringen Zahl der Evangelischen und den Vorbehalten leistet die kleine Kirche besonders auf diakonischem Gebiet Beachtliches, berichtete die Diakonieleiterin. Schwerpunkte der Arbeit sind Familie, Menschen mit Behinderung, Senioren und Kranke. 12 Pflege- und 55 Diakoniestationen stehen in diakonischer Trägerschaft. 600 Hauptamtliche, 100 Nebenamtliche und 1000 Ehrenamtliche arbeiten in den diakonischen Einrichtungen, 21.000 Menschen werden unterstützt und betreut. Kirchensteuern gibt es in Polen nicht, die Diakonie finanziert sich allein durch Spenden.

 Diakonie-Direktorin Wanda Falk trug sich im Friedenssaal in das Gästebuch ein

Nach dem Festgottesdienst zeigte Vorstandsmitglied Edda Kreiensiek dem Ehrengast die Altstadt von Osnabrück. Diakonie-Direktorin Wanda Falk trug sich im Friedenssaal in das Gästebuch ein.

Wanda Falk sprach auch das Problem der „Eurowaisen“ an, Kinder, die von den Eltern in Polen zurückgelassen werden, um im Ausland arbeiten zu können. Über 50 % der Frauen sind arbeitslos, ca. 120.000 polnische Frauen arbeiten als Pflegerin oder Haushaltshilfe in Deutschland. „Die Ökonomie ist das eine, das Leben der Familie die andere Seite“, so die Theologin.

Wanda Falk erinnerte an die Millionen Christen, die vor Gewalt und Terror fliehen. “Sie haben ein Recht auf unsere offenen Herzen,“ so die Diakonie-Direktorin. In einer eindrucksvollen Predigt stellte sie die Einheit der Christen in den Vordergrund. Die Vielfalt des Glaubenslebens und angeregte Diskussion sie eine Bereicherung, allerdings: „Diese Aufspaltung der Kirche wäre für den Apostel Paulus unvorstellbar.“

Wanda Falk dankte der Hauptgruppe Osnabrück für ihren Einsatz für Diasporagemeinden in aller Welt. Dem schlossen sich Wilhelm Hüffmeyer, Präsident des GAW Deutschland, und Rainer Kiefer, Oberlandeskirchenrat Hannover, an. Die Hauptgruppe hilft mit 12.000 Euro in sieben Gemeinden. Eine davon ist Ostroda, Polen, wo eine Kapelle, Gemeinderäume und ein Tageszentrum für Demenzerkrankte eingerichtet werden. Mit einer Aufstockung des Spendenvolumens könnte die Bedeutung des GAW und damit die Hilfe für versprengte Gemeinden erhöht werden, so Wilhelm Hüffmeyer. Der GAW-Präsident und der Vorsitzende der Hauptgruppe, Hartmut Giesecke von Bergh, verbanden diese Bitte mit der Werbung um neue Mitglieder.