Jahresfest 2013


Ukraine und Brasilien im Blick
„Glauben überwindet Grenzen“ unter dieser Überschrift stand das 170. Jahresfest der Hauptgruppe Osnabrück, das in diesem Jahr in den Gemeinden der Grafschaft Bentheim stattfand. Zu Beginn wurde der Diasporaabend in der ev.- reformierten Gemeinde in Georgdorf gefeiert. Mitglieder und Freunde der Hauptgruppe waren herzlich willkommen. Gemeinsam erlebten alle einen informativen und geselligen Diasporaabend.

 Beim Jahresfest begrüßte der Vorstand der GAW Hauptgruppe Osnabrück Dr. Nelson Kilpp aus Brasilien (2.v.re.)
Beim Jahresfest begrüßte der Vorstand der GAW Hauptgruppe Osnabrück Dr. Nelson Kilpp aus Brasilien (2.v.re.)

„Wir behalten unsere Glaubensgeschwister im Blick“, sagte Pastor Hartmut Giesecke von Bergh, als er den Diasporaabend im Gemeindehaus in Georgsdorf eröffnete. Glaubensgeschwister, die als Minderheit ihren Glauben überall auf der Welt leben, stehen alljährlich im Mittelpunkt der Jahresfeste. In diesem Jahr ging der Blick insbesondere in die Ukraine und nach Brasilien. Gastredner waren Dietmar Arends, der über das GAW-Projekt „Mutter-Kind-Heim in Beregszàsz“ berichtete, und Dr. Nelson Kilpp, Sao Leopoldo, Brasilien. Sein Thema: „Die evangelisch-lutherische Kirche in Brasilien zwischen Katholizismus und Pfingstgemeinden.“


Eine absolute Minderheit stellt die lutherische Kirche in Brasilien dar. Nur 0,4 Prozent der Bevölkerung gehört diesem Glauben an. Allerdings steigt der Anteil der protestantischen Christen, die insgesamt 20 Prozent ausmachen. 68 Prozent der Bevölkerung ist katholisch. „Evangelisch in Brasilien, bedeutet Pfingstler sein“, sagte Kilpp. Denn diese Glaubensrichtung werde stärker wahrgenommen, sei missionarisch tätig und bestimme das öffentliche Leben. Um dieses Zusammenleben zwischen den Religionen ging es Dr. Nelson Klipp in seinem Vortrag. Dr. Kilpp betreut seit 1973 einen lutherischen Pfarrbezirk in Brasilien. Zurzeit lebt er als Austauschpfarrer der EKD in Kassel.


Er erläuterte die Geschichte der Besieldung des Landes mit Protestanten und die Arbeit der Kirche inmitten der Kontraste Brasiliens. Die Evangelische Kirche sei im Wandel begriffen. Es gebe keine verbindliche Gemeinde-Mitgliedschaft,  stattdessen werden Gemeindeglieder eher als „Kunden“ wahrgenommen. Der Referent sprach von einer Rückbesinnung auf die eigentliche Identität und der Erneuerung der Gottesdienste. Nelson Kilpp dankte für die Unterstützung der GAW-Hauptgruppe.

 Weiterer Referent in Georgsdorf war Pastor Dietmar Arends, der ein Mutter-Kind-Heim in der Ukraine vorstellte.
Weiterer Referent in Georgsdorf war Pastor Dietmar Arends, der ein Mutter-Kind-Heim in der Ukraine vorstellte.


Ebenso Dietmar Arends, der die Einrichtung eines Mutter-Kind-Hauses in Beregszàsz, Karpatu/Ukraine vorstellte. Werden junge Frauen durch Gewalt oder ungewollt schwanger, fehlt häufig der Rückhalt in den Familien. In der neuen Einrichtung werden 18 junge Mütter auf Zeit aufgenommen. Sie lernen, ihre Kinder zu erziehen und zurück ins Leben zu finden.


Hartmut Giesecke von Bergh stellte weitere Projekte vor, bei denen die GAW-Hilfe ankommt. Neben den Informationen wurden beim Diasporaabend auch gesellige Leckerbissen geboten. Zum Beispiel die musikalischen Untermalung druch die Musikgruppe "Hope Solo“ aus Brandlecht, die mit Folklore und modernen geistlichen Lieder begeisterte. Kulinarische Leckerbissen servierten die Damen der reformierten Gemeinde.

Am Sonntag fanden Diaspora Festgottesdienste in weiteren Gemeinden der Grafschaft Bentheim statt. Dr. Nelson Kilpp predigte in der alten Kirchen am Markt in Nordhorn.