Jahresfest 2011

Veränderungen mit den Herzen herbeiführen

Das Jahresfest der GAW-Hauptgruppe Osnabrück in Bad Bentheim hatte viele Inhalte: Die Verleihung des Bernsteinkreuzes an Friedrich Rost, sieben neue Mitglieder, Berichte aus den Partnerkirchen in der Ukraine und Sibirien, Geselligkeit mit russischer Folklore und nicht zuletzt einen Scheck über 350 Euro für den evangelischen Kindergarten in Odessa.

GAW-Jahrestfest 2011
Beim Jahresfest in Bad Bentheim standen evangelische Gemeinden in der Ukraine und in Sibirien im Mittelpunkt, v.li. Andreas Hamburg, Dieter Grimmsmann, Dr. Wilhelm Hüffmeier und Hartmut Giesecke von Bergh.

„Evangelisch in der Ukraine“, unter diesem Thema stand das Jahresfest der Hauptgruppe Osnabrück. Nicht zufällig war dieses Motto gewählt, denn in diesem Jahr unterstützt die Hauptgruppe die reformierte Kirchengemeinde in Beregszasz, Ukraine. Weitere Hilfe erhält die evangelische Gemeinde in Asowo, im sibirischen Gebiet Omsk. Über die Situation der Menschen in den Diaspora-Gemeinden informierten Andreas Hamburg, evangelisch-lutherische Kirche in der Ukraine,  Dieter Grimmsmann, der in Westsibirien ein evangelisches Kirchenzentrum geleitet hatte und heute Gemeindepastor in Lingen ist, außerdem Alide Mienen, deutsch-ukrainische Gesellschaft.

Den Begriff des „Homo sovieticus“ griff Andreas Hamburg auf. In einem totalitären System wie der ehemaligen UdSSR werde die Anpassungsfähigkeit des Menschen lebenswichtig, meinte Hamburg. Das beinhalte auch das Sterben der Individualität. Das alte Regime beeinflusse die Menschen in der Ukraine noch heute, so Hamburg. Deshalb sei es schwer, die dort lebenden protestantischen Christen zu erreichen und für das Glaubensleben neu zu begeistern.  „Es ist schwierig, die Menschen zu erreichen,  man muss sie erspüren,“ sagte Andreas Hamburg. Nach seiner  Meinung seien Veränderungen, also die neue Hinwendung zum Glauben, nur „mit dem Herzen zu erreichen“.

Über das Leben der kleinen Schar evangelischer Christen  im Gebiet Omks berichtete Dieter Grimmsmann.  Deutschstämmige seien zwar noch die Stützen der Gemeinde, die auch deutschsprachige Gottesdienste wünschten, allerdings halte das die russischen Christen fern.  Grimmsmann möchte Schwerpunkte in der GAW-Hilfe setzen und größere Gemeinden unterstützen.  „Wenn die Gemeinde wächst, können auch die Gemeindehäuser wieder wachsen,“ so Grimmsmann.

Die Vorträge des Diaspora-Abend wurden musikalisch untermalt  mit russischer Folklore  von Gerhild Bitzer und Leonid Korrell, außerdem kulinarisch mit osteuropäischen Leckerbissen bereichert, zubereitet von Frauen der Martin-Luther Gemeinde, Bad Bentheim.

Mit dem  Bernsteinorden des GAW  zeichnete GAW-Präsident Prof. Dr. Wilhelm Hüffmeier Friedrich Rost aus. Rost ist seit 30 Jahren Mitglied der Hauptgruppe, von 1984 bis 2008 stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer und noch  heute aktiv im Vorstand tätig.
Die Predigt zum  Festgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche hielt Andreas Hamburg. Der Geistliche aus Odessa nahm die Kollekte über 350 Euro für den evangelischen-lutherischen Kindergarten Odessa entgegen.