Jahresfest 2009

Ökumene ist der menschliche Versuch zur Einheit

 Hartmut Giesecke von Bergh mit Helmut Grimmsmann und Prof. Dr. Georg Plasger
Zum Jahresfest im Calvin Haus in Lingen begrüßte Hartmut Giesecke von Bergh, den Asienreferenten des ev. luth. Missionswerkes, Helmut Grimmsmann (li.) und Prof. Dr. Georg Plasger (re.). Seine Thema: Calvin und die Ökumene.

Calvin sei „der am meisten ökumenisch gesonnene Reformator“, der aber die kritische Auseinandersetzung fordere, sagte Prof. Dr. Georg Plasger. Der Theologe der Universität Siegen referierte beim 166. Jahresfest der GAW Hauptgruppe Osnabrück. Aus Anlass des 500. Geburtstages Calvins standen die reformierten Gemeinden im Mittelpunkt des Festes.

Ökumenische Arbeit sei der menschliche Versuch, der in Christus vorgegeben Einheit formal und inhaltlich zu entsprechen. Nach dem Verständnis Calvins bedeute die  Reformation keine Kirchenspaltung, sondern Erneuerung, so Plasger, der neben Helmut Grimmsmann, Asienreferent des ev. luth. Missionswerkes, Redner der Festversammlung im Calvin Haus in Lingen war.

Wie nötig die Hilfe der GAW Hauptgruppe Osnabrück für die russische Gemeinde Krasnojarsk ist, zeigten die persönlichen Eindrücke Grimmsmanns. Die 1.000 Gemeindeglieder nutzen einen angemieteten Theaterraum, um ihre Gottesdienste zu feiern, das Gemeindeleben finde in einer kleinen Wohnung statt, berichtete Grimmsmann. Trotz aller Schwierigkeiten  habe er eine aktive Gemeinde erlebt.

Eine perfekte Ergänzung seines Berichtes waren die russischen Balladen, gefühlvoll vorgetragen von Gerhild Bitzer und Leonid Korrell.

 Dr. Ferenc Fodor
Die Festpredigt und den anschließenden Vortrag „Protestanten im ungarischen Sprachraum“ hielt Dr. Ferenc Fodor in Lengerich.

 „Protestanten im ungarischem Sprachraum“, unter diesen Titel stellte Dr. Ferenc Fodor seinen Vortrag in der reformierten Kirche in Lengerich. Der Pfarrer einer Gemeinde in der Nähe von Budapest erläuterte die bereits 460 Jahre alte Geschichte der protestantischen Gemeinden in Ungarn. Durch Staatenteilung, Verstaatlichung kirchlicher Einrichtungen und Ausreisen sei die Zahl der Gemeindeglieder geschrumpft, bleibe aber jetzt konstant. „Man braucht Mut, um sich gegen alle Widerstände durchzusetzen,“ sagte Fodor und berichtete von den Grenzen, die einem freien, protestantischen Leben in den 1.200 Gemeinden Ungarns gesetzt werden.

Zum GAW Jahresfest wurden in elf  lutherischen und reformierten Gemeinden der Region Emsland, Grafschaft Bentheim und dem Osnabrücker Land Festgottesdienste mit GAW-Predigern gefeiert.